Lindt trennt sich nach Absatzrückgang von Konzernchef
© Lindt & Sprüngli / mos
RETAIL Redaktion 20.10.2026

Lindt trennt sich nach Absatzrückgang von Konzernchef

Nach zwei Umsatzwarnungen innerhalb eines Jahres zieht Lindt & Sprüngli personelle Konsequenzen. Der Schweizer Schokoladenhersteller trennt sich von Konzernchef Adalbert Lechner, der das Unternehmen seit Anfang 2022 geführt hatte. Der Verwaltungsrat sieht eine neue operative Führung als notwendig an, um den Konzern wieder auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu bringen.

Interimistisch übernimmt der frühere Konzernchef Dieter Weisskopf die Leitung. Der 71-Jährige war zuvor langjähriger Finanzchef und hatte Lindt bereits bis 2022 geführt. Ein dauerhafter Nachfolger soll im zweiten Quartal 2027 ernannt werden. Lechner verlässt das Unternehmen nach insgesamt 33 Jahren.

Hintergrund sind deutliche Absatzprobleme infolge massiver Preiserhöhungen. Wegen der gestiegenen Kakaopreise hatte Lindt seine Verkaufspreise im ersten Halbjahr 2026 um durchschnittlich 11,8% angehoben. Besonders in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien reagierten die Konsumenten darauf mit Kaufzurückhaltung. Der Konzern begann deshalb bereits im Sommer, einzelne Produkte wieder günstiger anzubieten, und setzt verstärkt auf kleinere Verpackungseinheiten.

Ende September musste Lindt seine Umsatzprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr reduzieren. Statt des ursprünglich erwarteten organischen Wachstums von 6 bis 8% rechnet das Unternehmen für 2026 nur noch mit 0 bis 2%. Auch die sommerliche Hitze in Europa belastete das Geschäft.

Neben dem Konzernchef wird die Führung in Deutschland und Österreich neu besetzt. Deutschland-Chef Michal Spiller verlässt Lindt nach 23 Jahren. Ihm folgt am 26. Oktober der bisherige Österreich-Chef Ali Kulein. Dessen Aufgaben übernimmt der bisherige globale Verkaufsleiter Fabian Reinhardt.

Interimschef Weisskopf will insbesondere das schwächelnde Europageschäft stärken, die Markeninvestitionen erhöhen und die Profitabilität verbessern. In Nordamerika und Asien entwickelt sich das Geschäft weiterhin deutlich besser.
 

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL