EBERGASSING. Wenn ein Kaufmann oder eine Kauffrau in Pension geht, stellt das in kleineren Gemeinden häufig ein Schreckensszenario dar – allzu häufig entsteht daraus zumindest ein temporäres Nahversorgervakuum, wenn es denn überhaupt zu einer Nachbesetzung kommt. Das Gegenteil ist im niederösterreichischen Ebergassing (Bezirk Bruck an der Leitha) der Fall: Mit Ramazan Dagdemir stand bereits frühzeitig ein Nachfolger für Spar-Kaufmann Peter Fenzel fest – und der Markt in der Gramatneusiedler Straße 29 musste nur für einige wenige Tage schließen, ehe er unter neuer Führung feierlich wiedereröffnen konnte.
Eigengewächs übernimmt
Ein umfassender Umbau war nicht notwendig: Der Spar-Markt war 2021 von Grund auf und unter Berücksichtigung moderner Nachhaltigkeitsstandards (u.a. Wärmerückgewinnung und Luftwärmepumpe) neuerrichtet worden. Dafür wurde eine seit fünf Jahren unbehauste Zielpunkt-„Ruine“ abgerissen.
Auf Fenzel, der auch einen Spar in Forchtenstein im Burgenland betrieben hatte und nun seinen Ruhestand antrat, folgt mit Dagdemir nun ebenfalls ein langjähriger „Sparianer“: Mit seinen erst 35 Jahren kann Dagdemir bereits auf zwei Dekaden bei Spar zurückblicken. Schon wenige Jahre nach seinem Lehrabschluss war er Filialleiter in mehreren Spar-Märkten in Wien, zuletzt in der Quellenstraße in Favoriten. Der Schritt in die Selbstständigkeit stellt nun einen weiteren Meilenstein in seinem Berufsweg dar.
„Spar hat mir viele Chancen eröffnet. Jetzt freue ich mich darauf, als selbstständiger Kaufmann Verantwortung für den Standort in Ebergassing zu übernehmen und gemeinsam mit meinem Team für unsere Kundinnen und Kunden da zu sein“, betont Dagdemir.
Spar-Geschäftsführer Alois Huber dazu: „Es freut es mich sehr, dass Ramazan Dagdemir die Nachfolge in Ebergassing übernimmt. Er hat sich als Marktleiter über viele Jahre erfolgreich bewiesen und bringt neben umfangreicher Erfahrung auch große Leidenschaft für den Handel mit. Die Menschen in Ebergassing können sich weiterhin auf Kontinuität, Verlässlichkeit und einen starken Nahversorger vor Ort verlassen.“
Turbulenter Auftakt
Die ersten unerwarteten Herausforderungen der Selbstständigkeit hat der neue Kaufmann jedenfalls bereits gemeistert: Nach dem feierlichen Auftakt mit Hüpfburg und kostenlosem Eis, Kaffee und Popcorn sorgte ein großes Unwetter noch am Eröffnungstag für einen mehrstündigen Stromausfall – einen Ausfall des Geschäftsbetriebs bedeutete das technische Gebrechen mitnichten – die Kunden durften ihre Ware mitnehmen und später bezahlen. (haf)
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