WIEN. „Es ist mystisch und sehr schön, wenn ein Herz in einem neuen Körper zu schlagen beginnt”, beschrieb die Anästhesistin Edda Tschernko jenen Moment, der vor 40 Jahren in Wien erstmals gelungen ist. Herztransplantationen präsentieren sich seither am AKH und der MedUni als Erfolgsgeschichte der Medizin mit bisher 1.783 Eingriffen und einer Überlebensrate von 81% nach einem und 75% nach zehn Jahren, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Damit hat sich Wien als eines der größten Herzprogramme Europas etabliert.
Neue Therapien helfen
Gesund auch nach 39 Jahren mit einem Spenderherz präsentierte sich Walter Weiss, der 1985 als fünfter Patient nach einer Herzmuskelentzündung und -stillstand operiert wurde. „Das Leben ist im Großen und Ganzen ein ganz Normales”, meinte der 79-Jährige, der nach wie vor Fahrrad fährt. Zuletzt bekam ein Kind mit einem angeborenen Herzfehler ein neues Organ, berichtete Daniel Zimpfer, Leiter der Universitätsklinik für Herzchirurgie. Was Abstoßungsreaktionen betrifft, tritt eine solche Phase nur mehr bei einem Zehntel auf, verglichen mit 50% in den 1980er-Jahren. Zu verdanken sei dies den nun besseren Medikamenten, die lebenslang genommen werden müssen. (red)