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© Katharina Schiffl/katharinaschiffl.com

„Superfans & Superhaters”: Welches Potenzial haben Soziale Stürme?

27.05.2015

Auch Shitstorms haben ihre Fans

Marketing Natives Die Influencer sind die neuen Lieblinge der Marketing Manager – sie entfalten ihre Macht jedoch nicht nur im Positiven

Event #2 der Marketing Natives, „Superfans & Superhaters”, oder: „Sag mir in einem Tweet, warum ich deine Seite liken soll!”

Wien. Die Marketing Natives, die Nachwuchsplattform für junge Marketing-Experten, luden kürzlich zu „Event #2” mit dem Themenschwerpunkt „Superfans & Superhaters” ins T-Center in Wien.

Rund 200 Besucher lauschten den Vorträgen von Experten wie Michaela Mojzis-Böhm (Gründerin Corporate Grassroots Professionals), Tom Thaler (Unternehmensberater), Lisa Stadler (Social Media Managerin derStandard.at) und Ritchie Pettauer (Blogger, Online-Marketing-Berater und Uni-Lektor) zum Thema „Shit- und Candystorms” und gingen der Frage nach, ob der Soziale Sturm Potenzial hat.
Tom Thaler eröffnete als Keynote-Speaker den Abend und verriet gleich zu Beginn, „wie man in einer Minute rund 100.000 Werbeanzeigen generiert”. Dazu sei, so Thaler, allerdings ein profundes Wissen über die Social Media-Welt von-nöten: „Alles, was auf Facebook gespeichert wird, kann und wird für Werbezwecke verwendet werden. Die Fananzahl auf Facebook allein bewirkt gar nichts. Wichtig ist es, den Fan-Traffic abzuziehen und für sich zu verwenden.”
Im Anschluss daran betrat Lisa Stadler die Bühne; sie erklärte, warum man als Social Media-Managerin nicht nur der „digitale Mistkübel” sei. Stadlers Tagesroutine als Social Media Managerin bestehe, so beschrieb sie, aus den Aufgaben, sich einen Themen-überblick zu verschaffen, die journalistischen Inhalte zu selektieren und für den jeweiligen Kanal zu übersetzen. Dazu gehöre auch Cus-tomer Care und die Präsenz auf diversen Kanälen.

Rasches Reagieren im Web

„Im Social Web zählt eine rasche Reaktionszeit sowie die Interaktion mit der Community”, erklärte Stadler. Neueste Errungenschaft des Standard-Online-Teams: Mittels Broadcast-Listen wird täglich via Whatsapp ein Nachrichten-überblick verschickt, für den sich bereits zahlreiche User angemeldet hätten.
Dritte Speakerin war Michaela Mojzis-Böhm. Ihre Grundthese: „Jede Organisation hat Fans – in guten wie in schlechten Zeiten. Es stellt sich nur die Frage, wo diese sind und was sie für uns tun, wenn wir sie brauchen.” Professionelles Fan-Management ist für Mojzis-Böhm ein „Handwerk”. In erster Linie müssten Fans erkannt und verstanden werden. Mojzis-Böhm ist der festen Überzeugung: „Lovers sind unbezahlbar für ein Unternehmen; Superfans sind eine Handvoll Leute, die Glaubwürdigkeit, Impact und Herzlichkeit transportieren.” Das Thema Shitstorm sieht die Gründerin entspannt: „Ein Shitstorm hat auch Fans im Gepäck. Man kann in Krisenzeiten jene gut erkennen, die dir ihr Herz schenken.”

„Emotionales Involvement”

Ritchie Pettauer rundete die Diskussion ab und erklärte die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von und zwischen Superfans und Superhaters: „Beide Gruppen sind stark emotional involviert. Superfans wachsen langsam, Superhaters hingegen rasch.” Pettauer hat einen einfachen Tipp für den Umgang mit unliebsamen Kommentatoren auf Facebook und Twitter: „Diese Personen sollten gelöscht und blockiert werden, sobald es den Rechtsrahmen sprengt.”
Pettauer betonte jedoch auch, dass so gut wie jeder User durch eine unglückliche Verkettung von Zufällen zum Superhater werden könne. Zum Abschluss widerlegte der Uni-Lektor noch das in der Kommunikationsbranche viel zitierte „Rieplsche Gesetz”, wonach ein neues Medium noch nie ein altes Medium verdrängt habe, mit einer Frage an den vollen Veranstaltungssaal: „Wann haben Sie zuletzt einen Minidisc-Player gesehen?” (red)

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