EY Cybersecurity Studie 2026
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INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 16.09.2026

EY Cybersecurity Studie 2026

Cyberrisiken steigen trotz sinkender Risikowahrnehmung.

WIEN. Cyberangriffe bleiben eine der größten Bedrohungen für Unternehmen. Gleichzeitig sinkt in Österreich die Wahrnehmung des Risikos: Schätzten 2025 noch 47% der Führungskräfte die Gefahr als hoch ein, sind es heuer 38%. Die tatsächliche Bedrohungslage entwickelt sich dagegen in die andere Richtung. 36% der Unternehmen hatten konkrete Hinweise auf Angriffe auf Netzwerke und Daten – vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Besonders deutlich ist der Unterschied beim Einsatz künstlicher Intelligenz (KI): Unternehmen, die KI für Cybersecurity nutzen, registrierten mit 65% mehr als doppelt so häufig Hinweise auf Angriffe wie Unternehmen ohne KI (29%). 82% erwarten, dass die Bedeutung von Cyberangriffen weiter zunimmt. Das zeigt eine EY-Österreich-Studie unter 200 Geschäftsführern sowie IT-Sicherheits- und Datenschutzverantwortlichen österreichischer Unternehmen ab 20 Beschäftigten.

Verteidigung, Geld & Angriff
Beim Schutz wird aufgerüstet: Firewalls und Antivirensoftware sind bei 97% im Einsatz, 92% setzen auf regelmäßige Updates und 88% auf Mehrfaktor-Authentifizierung. Besonders stark stieg der Einsatz von Notfallplänen und Incident-Response-Teams – von 57% auf 73%. 87% fühlen sich für künftige Bedrohungen gut oder sehr gut gerüstet. Bei den Budgets herrscht allerdings Zurückhaltung. Mehr als 40% investieren jährlich weniger als 25.000 € in Cybersecurity, sechs Prozent haben kein eigenes Budget. Nur 28% planen in den kommenden zwei Jahren höhere Ausgaben.

Phishing bleibt mit 71% die häufigste Angriffsform. Deutlich zugenommen haben Malware-Angriffe, deren Anteil von 44% auf 52% stieg. Datenverlust und Datenschutzverletzungen gelten als gravierendste Folgen. Immerhin konnten 95% der betroffenen Unternehmen den Betrieb innerhalb weniger Tage wiederherstellen.
KI wird in der Abwehr wichtiger: 20% der Unternehmen setzen entsprechende Technologien ein, nach 15% im Vorjahr. Genutzt wird sie vor allem zur Anomalieerkennung, Sicherheitsüberwachung und Bedrohungsanalyse. Gleichzeitig plant die Hälfte der Nichtnutzer derzeit keinen Einstieg. Datenschutz- und Ethikbedenken gelten dabei als größte Hürde.

NIS 2-Orientierungslosigkeit
Besonders groß ist die Unsicherheit bei der EU-Richtlinie NIS 2. 44% können nicht einschätzen, ob sie betroffen sind, 61% kennen die Fristen nicht. Nur 22% sehen sich vollständig informiert und fristenkonform. Entsprechend gering ist der Umsetzungsstand – bei 70% der Unternehmen ist bislang in keinem der zentralen NIS-2-Maßnahmenbereiche die Umsetzung weitgehend abgeschlossen. Mit der Umsetzung schlicht überfordert sehen sich kleinere Unternehmen (74%).

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