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Milliardenverlust bei Continental © Intercontinental

Pessimistischer Ausblick: Konzernchef Elmar Degenhart rechnet 2020 mit weiter rückläufigen Erlösen, bestenfalls einem gleichbleibenden Umsatzniveau.

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Pessimistischer Ausblick: Konzernchef Elmar Degenhart rechnet 2020 mit weiter rückläufigen Erlösen, bestenfalls einem gleichbleibenden Umsatzniveau.

Redaktion 12.03.2020

Milliardenverlust bei Continental

Nach einem Plus von 2,9 Mrd. Euro im Jahr 2018 schrieb der deutsche Automobilzulieferer im vergangenen Jahr ein Minus von 1,2 Mrd. Euro.

HANNOVER. Der deutsche Zulieferer Continental hat 2019 den weltweiten Abschwung in der Autoindustrie zu spüren bekommen. Unterm Strich fiel ein Verlust von mehr als 1,2 Mrd. € an, nachdem das Unternehmen im Vorjahr noch knapp 2,9 Mrd. € verdient hatte. Wie Conti mitteilte, war neben dem „stark rückläufigen Marktumfeld“ im laufenden Geschäft aber auch die schon bekannte Wertberichtigung früherer Zukäufe ein Grund für die roten Zahlen. Daher rutschte auch das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 4 Mrd. (2018) auf minus 268 Mio. € ab. Bereinigt um vor allem solche Abschreibungen, stand noch ein Betriebsergebnis von 3,2 Mrd. Euro in der Bilanz. „Das vergangene Jahr hat deutliche Bremsspuren in der ganzen Automobilindustrie hinterlassen“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart. Dabei habe sich Conti im Vergleich zum Gesamtmarkt aber noch relativ gut geschlagen. Der Umsatz legte 2019 minimal um 0,2 Prozent auf knapp 44,5 Mrd. € zu. Zum Jahreswechsel beschäftigte der Konzern mehr als 241.000 Mitarbeiter. Beim Umbauprogramm „Transformation 2019-2029“, das auch viele Jobs kosten könnte, würden „zusätzliche Maßnahmen geprüft“. Conti warnte in einem Ausblick auch vor einem schwachen neuen Jahr. Die um Sondereffekte bereinigte Marge des operativen Ergebnisses dürfte 2020 auf zwischen 5,5 bis 6,5 Prozent zurückgehen; 2019 war der Wert von 9,3 auf 7,4 Prozent zurückgegangen. Analysten hatten für das laufende Jahr mit 7,1 Prozent bisher deutlich mehr auf dem Zettel als das Unternehmen. Conti musste in den vergangenen Jahren mehrfach seine Erwartungen nach unten schrauben, weil das Umfeld vor allem in der Autozulieferung schwächer wurde. Auch beim Umsatz ist Conti-Chef Degenhart vorsichtiger als die Experten, hier geht das Management von 42,5 bis 44,5 Mrd. € Erlös für das laufenden Jahr aus, am Markt wurde bisher mit einem Wert am oberen Ende der Spanne gerechnet. Das Umfeld werde 2020 herausfordernd bleiben, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer. Neben den Produktionsrückgängen setzten Turbulenzen aus der Coronavirus-Epidemie, weiter ungeklärte Handelskonflikte sowie drastisch verschärfte Abgasvorschriften in Europa der Automobilindustrie zu, so der Manager. (jz)

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