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Toyota auf Abwegen © Toyota

Spitzname „Lunar Cruiser“: Das Toyota Mondmobil nimmt langsam Formen an.

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Spitzname „Lunar Cruiser“: Das Toyota Mondmobil nimmt langsam Formen an.

Redaktion 10.09.2020

Toyota auf Abwegen

Der japanische Automobilhersteller hat mit Honda eine mobile Ladestation entwickelt und forscht gemeinsam mit der japanishen Aerospace Exploration Agency an einem Mondfahrzeug mit Brennstoffzellen-Antrieb.

TOKIO. Toyota ist für Fahrzeuge wie den Land Cruiser, den Yaris oder den Prius bekannt. Weniger bekannt ist, dass der japanische Automobilhersteller seit dem vergangenen Jahr mit der Japan Aerospace Exploration Agency (kurz JAXA) gemeinsam auch ein bemanntes Mondfahrzeug entwickelt – mit dem Ziel einen solchen Rover in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre fertigzustellen.

Im aktuellen Geschäftsjahr 2020 arbeiten die beiden Partner an der gemeinsamen Herstellung von Testteilen für alle technologischen Bestandteile sowie am Rover-Prototyp selbst. Zu den Arbeiten zählen beispielsweise Simulationen zu Leistungs- und Wärmeverlusten beim Fahren, die Herstellung und Bewertung der speziellen Reifen sowie die Nutzung von virtuellen und Modellen in Originalgröße, um das Kabinen-Layout und die Anordnung der Ausrüstung einschätzen zu können.

Den Antrieb des Lunar Cruiser erledigt die gleiche Brennstoffzellentechnologie, die auch den Toyota Mirai hier auf der Erde bewegt. Die erste Serienlimousine mit Brennstoffzellenantrieb rollt demnächst bereits in der zweiten Generation auf die Straße.

Parallel dazu hat Toyota auch gemeinsam mit Partner Honda neue Wege beschritten und ein System für eine mobile und gleichzeitig sichere Stromversorgung entwickelt. Beim „Moving e‘‘ handelt es sich um einen Brennstoffzellenbus, der an seinen jeweiligen Einsatzort gefahren werden kann und vor Ort eine lokal emissionsfreie Energieversorgung ermöglicht. Über die an der Rückseite des Busses integrierte Ladestation lassen sich externe Stromabgabegeräte und tragbare Batterien mit der Energie aus der Brennstoffzelle laden. So kann beispielsweise nach dem Zusammenbruch eines Stromnetzes die punktuelle Energieversorgung sichergestellt werden. Doch auch für Routineanwendungen wie etwa Großveranstaltungen kann Moving e eingesetzt werden.

Als mobile Ladestation fährt der Bus direkt zum Einsatzort vor. Der Brennstoffzellenantrieb erzeugt dank großer Wasserstofftanks eine Kapazität von bis zu 454 kWh und liefert eine maximale Leistung von 18 kW. Im ersten Schritt werden ab sofort die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Systems in Demonstrationstests unter Beweis gestellt. (red)

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