Kampagne zur Bekämpfung von Geschlechterstereotypen© Generaldirektion Justiz und Verbraucher EU
MARKETING & MEDIA Redaktion 05.07.2023

Kampagne zur Bekämpfung von Geschlechterstereotypen

Gleichstellungsindex der EU: Österreich auf Platz 10.

WIEN. Die Kampagne, die seit 3. Juli 2023, unter dem Hashtag #EndGenderStereotypes läuft, soll das Bewusstsein für die schädlichen Auswirkungen von Geschlechterstereotypen auf Frauen und Männer schärfen, die die Wahlmöglichkeiten und Chancen aller einschränken. Indem sie Klischees hinterfragt, will die Kampagne die Gleichstellung der Geschlechter fördern und eine integrativere und freiere Gesellschaft für alle schaffen. Die Bilder der Kampagne sollen die Öffentlichkeit dazu anregen, darüber nachzudenken, ob die dargestellten Situationen ungewöhnlich, ungewöhnlich oder überraschend sind.

Helena Dalli, EU-Kommissarin für Gleichstellung: "Geschlechterstereotypen sind in den europäischen Gesellschaften immer noch weit verbreitet. Sie sind nicht nur eine Frage der persönlichen Meinung, sondern haben reale Auswirkungen auf Frauen und Männer. Die Erwartungen, was ein Mädchen studieren sollte und was nicht, welche Art von Beruf ein Mann ergreifen sollte oder welche Rollen für Frauen im privaten und öffentlichen Leben geeignet sind, haben ebenfalls negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft insgesamt und führen zu anhaltenden wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Geschlechterstereotypen müssen daher bekämpft werden, denn sie schränken persönliche Entscheidungen und Freiheiten ein. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Kampagne ein Nachdenken über Geschlechterstereotypen fördern und zur Verbesserung der Verhaltensmuster beitragen wird. In der Zwischenzeit lade ich alle Europäerinnen und Europäer ein, sich unseren Bemühungen um die Beseitigung von Geschlechterstereotypen in unserer Union anzuschließen.“

Geschlechterstereotypen sind in den Bereichen Beschäftigung, Pflege und Führung immer noch stark ausgeprägt
Geschlechterstereotypen schränken nach wie vor die Möglichkeiten am Arbeitsplatz ein und beeinträchtigen die Lebensqualität zu Hause. Obwohl sie 51 % der europäischen Bevölkerung ausmachen und die Männer bei den Hochschulabschlüssen in verschiedenen Bereichen übertreffen, sind Frauen in der Arbeitswelt nach wie vor unterrepräsentiert. Dieser Mangel an Vielfalt zeigt sich besonders in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik (MINT) und in Führungspositionen. Nach Angaben von Eurostat waren nur 67,7 % der Frauen in der EU vollzeitbeschäftigt, im Gegensatz zu 78,5 % der Männer. Lediglich 20 % der Hochschulabsolventen in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sind Frauen, und nur magere 8 % der Vorstandsvorsitzenden großer börsennotierter Unternehmen in der EU sind weiblich.

Die ungleiche Verteilung der unbezahlten Betreuungs- und Haushaltsarbeit belastet Frauen unverhältnismäßig stark, selbst wenn sie Vollzeit arbeiten. Folglich sehen sich viele Frauen gezwungen, sich für eine Teilzeitbeschäftigung zu entscheiden oder ihre Karrierewünsche aufzugeben. Gleichzeitig sehen sich Männer häufig mit Herausforderungen konfrontiert, die sich aus Geschlechterstereotypen ergeben. So können ungerechtfertigte soziale Erwartungen und Stereotypen es Männern erschweren, Elternurlaub zu nehmen, selbst wenn sie dies wünschen.

Stereotype und Geschlechtergleichstellung in Österreich
Österreich liegt beim Gleichstellungsindex auf Platz 10 in der EU, mit einem Wert von 68,8 von 100 Punkten, was 0,2 Punkte über dem EU-Durchschnitt liegt. Seit 2010 hat sich Österreichs Wert deutlich verbessert (+10,1 Punkte). Verbesserungen in den Bereichen Macht und Arbeit waren die treibenden Kräfte für diese Veränderung. Im Jahr 2021 gaben 68 % der Frauen im Vergleich zu 15 % der Männer an, die Hausarbeit ganz oder größtenteils selbst zu erledigen. Gleichzeitig gaben 59 % der Frauen im Vergleich zu 11 % der Männer an, Kinder im Alter von 0-11 Jahren ganz oder überwiegend selbst zu betreuen und zu beaufsichtigen.

Österreich leidet immer noch unter geschlechtsspezifischen Stereotypen in Bezug auf die Einstellung zur Lohngleichheit. Einer Eurobarometer-Umfrage zufolge halten es 18 % der österreichischen Befragten für "akzeptabel", dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten als ihre männlichen Kollegen.

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