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Bereit für die digitale Transformation? © Stefan Joham

Astrid Kleinhanns-Rollé

© Stefan Joham

Astrid Kleinhanns-Rollé

Astrid Kleinhanns-Rollé 28.09.2016

Bereit für die digitale Transformation?

Gastbeitrag von Astrid Kleinhanns-Rollé, Managing Director der WU Executive Academy.

WIEN. Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 oder Cloud Computing sind nur einige Beispiele für neue Technologien, die die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, arbeiten und kommunizieren, völlig verändert haben. Durch die fortschreitende Digitalisierung gibt es kaum ein Unternehmen oder eine Branche, die nicht massiv von diesem Wandel betroffen ist: Organisationsstrukturen, Wertschöpfungsketten und ganze Geschäftsmodelle haben sich grundlegend verändert. Das Überleben eines Unternehmens hängt zunehmend davon ab, wie gut es darin ist, sich an diese Veränderungen anzupassen und darauf zu reagieren. Aber welche besonderen Kompetenzen benötigen Führungskräfte in einer digitalen Welt, und gibt es überhaupt ein brauchbares Rezept für eine erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation?

Die Zeiten, in denen sich Führungskräfte mit der Frage beschäftigt haben, ob oder wie sehr sie selbst und ihre Unternehmen von der digitalen Transformation betroffen sind, sind endgültig vorbei. Laut einer aktuellen Studie der WU sehen 2.800 befrage Top-Geschäftsführer in Österreich und Deutschland das Thema Digitalisierung (mit 77%) als den mit Abstand größten Trend mit Auswirkung auf das eigene Unternehmen. Heute ist also jede Führungskraft per se eine digitale Führungskraft. Worum es zukünftig geht, ist die Frage nach der Umsetzung: Wie können sich Unternehmen möglichst schnell und effizient in ein „Digital Enterprise“ verwandeln?“ Um diese Frage zu beantworten, braucht es digitales Leadership. Und digitales Leadership kann man lernen, auch wenn man nicht zur Generation der Digital Natives gehört.

Die Kompetenz-Pyramide der digitalen Führungskraft
In unzähligen Gesprächen mit Experten und unseren Kunden haben wir uns intensiv mit aktuellen Herausforderungen wie Digitalisierung, Globalisierung, demografischem Wandel und technologischem Fortschritt auseinandergesetzt und dabei drei Kompetenzen identifiziert, die jede digitale Führungskraft haben muss. Stellen Sie sich das Prinzip wie eine Pyramide vor:
1. Als Grundlage, und somit an der Basis der Pyramide, müssen Führungskräfte ein strategisches Verständnis für die neuen Spielregeln am Markt entwickeln, also dafür, welche ökonomischen Trends die digitale Transformation vorantreiben und welche betriebswirtschaftlichen Dogmen und vertraute Gesetzmäßigkeiten komplett infrage zu stellen sind.
2. Der nächste Schritt widmet sich dem Thema Führen aus einer 360°-Perspektive. Im Speziellen geht es darum, im Tagesgeschäft junge, kreative und digitale Profis, also gewissermaßen als Reverse Mentoring, gemeinsam mit der bewährten traditionellen Führungsmannschaft in einer offenen Organisationskultur flexibel zu führen. In Zeiten hoher Unsicherheit und Veränderung brauchen Unternehmen spezielle Organisationsformen und Arbeitsweisen, die ein kundenzentriertes, eng vernetztes und agil-experimentelles Arbeiten ermöglichen.
3. An der Spitze der Pyramide steht die Innovation und die Strategie: Wie können Führungskräfte sicherstellen, die eigenen Geschäftsmodelle so weiterzuentwickeln, dass der Profit langfristig gesichert ist, gleichzeitig aber auch die Kunden über digitale Touchpoints mit dem Unternehmen in ständigem Kontakt sind und gemeinsam, also in Rahmen eines Co-Creation-Prozesses, Produkte und Dienstleistungen weiterentwickeln.
„Die größte Herausforderung für Führungskräfte besteht darin, ihre Organisation immer wieder neu zu erfinden. Dafür ist ein besonderes Mindset, aber auch ein spezielles Know-how erforderlich, damit sie schnell und erfolgreich durch ein volatiles, unsicheres und komplexes Umfeld navigieren und unterschiedliche Personen gleichzeitig führen können, die nicht in einem klassischen Angestelltenverhältnis stehen – etwa Solopreneure, Freelancer oder ehemalige Mitarbeiter.

Acht Schritte für die erfolgreiche digitale Transformation
Heute ist allen Führungskräften klar, dass ihr Unternehmen von der digitalen Transformation betroffen ist. Worauf die WU Executive Academy im Rahmen ihrer Programme, in denen digitale Transformation ein Thema ist, einen großen Schwerpunkt legt, ist die Umsetzung. Gemeinsam mit dem österreichischen Digital-Leadership-Experten Martin Giesswein bietet sie bei Unternehmen daher seit Kurzem ein Acht-Schritte-Programme an, das Führungskräften als Anleitung dient:
Am Anfang steht die Awareness einer Führungskraft mit der bevorstehenden Transformation (1). Warum soll sich das Unternehmen überhaupt verändern und in welche Richtung soll es gehen? Danach folgt das Scenario Building (2), also verschiedene Methoden, die es erlauben, die Auswirkungen des technologischen und marktwirtschaftlichen Paradigmenwechsel greifbar zu machen, und die Einbettung der Strategie (3): Passt der gewählte Transformationsprozess optimal zur Unternehmensstrategie? Der nächste Schritt, das Corporate Venturing (4), beschäftigt sich damit, Innovation ins Unternehmen zu bringen, indem man etwa Start-ups in den Transformationsprozess miteinbezieht. Natürlich geht es auch um die technologische (5) und die kulturelle Transformation (6) des Unternehmens, was aber mit Sicherheit der schwierigste Schritt ist. Die Umwandlung zum digitalen Unternehmen kann jedoch nur dann gelingen, wenn sie laufend durch interne und externe Kommunikationsmaßnahmen (7) begleitet wird. Den ganzen Prozess hindurch gibt es einen Iterationszyklus, bei dem alle Schritte wiederholt neu beleuchtet und am Ende mit einer großen Review (8) abgeschlossen werden.
Dieser Kreislauf aus acht Einzelschritten hat sich bei Führungskräften bewährt, ihr Unternehmen innerhalb von 12 Monaten erfolgreich in ein digitales Zeitalter zu begleiten. (red)

www.executiveacademy.at

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