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Effekt der EU-Kunststoffrichtlinie? "Mehr Plastik und mehr Emissionen" © APA dpa Sebastian Kahnert
© APA dpa Sebastian Kahnert

Redaktion 12.12.2018

Effekt der EU-Kunststoffrichtlinie? "Mehr Plastik und mehr Emissionen"

Der Verband der Getränkehersteller Österreichs kritisiert die neue EU-Richtlinie massiv: PWC-Studie prognostiziert bis zu 200.000 Tonnen mehr Plastik.

WIEN.  Heftige Kritik an der geplanten EU-Kunststoffrichtlinie („Single Use Plastics Directive“) kommt vom Verband der Getränkehersteller Österreichs. Die sogenannte Strategy for Plastics der EU sieht eine erweiterte Herstellerverantwortung für Einwegkunststoffflaschen vor - und insbesondere die Verpflichtung, Plastik-Schraubverschlüsse zukünftig an den Flaschen zu fixieren. Dagegen steigen die Getreänkehersteller auf die Barrikaden.
Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PWC) ergibt, dass diese feste Anbindung der Deckel an die Flaschen den Kunststoffverbrauch um bis zu 200.000 Tonnen pro Jahr erhöhen wird. Darüber hinaus prognostiziert PWC einen Anstieg der Emissionen um bis zu 381 Millionen Kilogramm CO2-Äquivalent.

"Verschlimmert das Problem"
Der Getränkeverband dazu: „Wir wollen den Einsatz von Plastik für Verpackungen deutlich reduzieren. Daher setzen wir seitens der österreichischen Getränkehersteller schon lange auf leichte Gebinde sowie modernstes PET-Recycling, das es erlaubt, aus gebrauchten Flaschen wieder neue machen. Die EU-Richtlinie würde zwischen 50.000 und 200.000 Tonnen zusätzliches Plastik bringen, die Gebinde wieder schwerer machen, Millionen Tonnen zusätzlicher CO2-Äquivalente erzeugen – also das Problem verschlimmern, dessen Lösung sie eigentlich vorgeben wollte.“

Die heimischen Getränkehersteller, so heißt es weiters, würden ihre Verantwortung in vorbildlicher Weise wahrnehmen – durch die laufende umweltfreundliche Weiterentwicklung von Verpackungen, durch freiwillige Selbstverpflichtung zum sukzessive steigenden Einsatz von Recycling-PET in der Produktion, durch die Teilnahme an Bewusstseinsbildungskampagnen, durch ihr Engagement im Kampf gegen Littering sowie durch ihren gemeinsamen Einsatz zur weiteren Verbesserung der im internationalen Vergleich ausgezeichneten Sammel- und Recyclinginfrastruktur Österreichs: „Hier hat die Wirtschaft schon frühzeitig viel investiert und damit wesentlich dazu beigetragen, dass Österreich im Bereich Sammlung, Trennung und Recycling zur europäischen Spitze zählt. Wir sind aber nicht bereit, zusätzliche Millionenkosten in Österreich zu tragen, um die gesamte Produktion umzustellen, damit unsere Klein- und Mittelbetriebe und damit wiederum zahlreiche Arbeitsplätze zu gefährden. Und wir wollen nicht mehr, sondern weniger Plastik einsetzen."
Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe von medianet am 14. Dezember. (sb)

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