Tchibo entwickelt Geschäftsmodell mit Fokus auf Kundennähe und Markenerlebnis weiter
© Tchibo | Stefan Gergely
RETAIL Redaktion 01.10.2026

Tchibo entwickelt Geschäftsmodell mit Fokus auf Kundennähe und Markenerlebnis weiter

WIEN. Tchibo entwickelt sein Geschäftsmodell in Österreich weiter und will dabei auf hochwertige Produkte, neue Markenerlebnisse und ein vernetztes Vertriebssystem setzen. Das Unternehmen möchte Kunden über verschiedene Kanäle erreichen – von der Filiale über den Online-Shop bis hin zu Veranstaltungen. Nach der wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre investiert Tchibo zudem in einen modernen Markenauftritt, die Zukunft des Kaffees und eine Arbeitskultur, die Entwicklung und Innovation fördern soll.

Kaffee, Kaffeegenuss und eine vielfältige Produktwelt bilden das Fundament des Geschäftsmodells. Je nach Vertriebsweg sollen Kunden unterschiedliche Einkaufsmöglichkeiten vorfinden: vom spontanen Kauf während des Lebensmitteleinkaufs über das Sortiment auf tchibo.at bis zur persönlichen Beratung in der Filiale. Tchibo betreibt rund 120 Filialen, ist mit einem Online-Shop vertreten und in rund 5.000 Supermärkten präsent. Seit Anfang August ist die Premium-Einzelportionsmarke Qbo zudem in rund 140 Billa-Plus-Märkten erhältlich.

Vom Einkauf zum Markenerlebnis
„Relevante Produkte und die Nähe zu den Kundinnen und Kunden sind die Pflicht, Markenerlebnisse die Kür“, betont Paul Unterluggauer, Tchibo Österreich Geschäftsführer. „Es geht darum, an möglichst vielen Touchpoints präsent zu sein und dabei ein konsistentes Markenerlebnis für unsere Zielgruppe zu schaffen.“

Im Zuge der Modernisierungsoffensive spielen die CoffeeBars eine zentrale Rolle. Sie verbinden Kaffeehausflair mit einem zeitgemäßen Markenauftritt und Sitzbereichen für den Aufenthalt vor Ort. 2025 wurden rund ein Dutzend Filialen modernisiert, 2026 folgen weitere 14 Standorte in Niederösterreich, Wien und Salzburg.

Auch außerhalb des klassischen Handels entstehen neue Kontaktpunkte. Dazu zählen der Tchibo Coffee Run 10K im Rahmen des Vienna City Marathons, die Partnerschaft mit dem Kaffeesiederball sowie eigene Formate wie Comedy Clubs und Coffee Raves.

Kaffee im Wandel
Tchibo verfügt über jahrzehntelange Kaffeekompetenz und ist in Österreich in den Segmenten Espresso/Caffè Crema, Filterkaffee und Einzelportionen aktiv. Gleichzeitig verändern sich Konsumgewohnheiten. Produkte wie Iced Coffee, Matcha und Ube stehen für neue Geschmäcker und Rituale, die Tchibo mit seiner Kaffeekompetenz verbinden will.

Mit dem Kaffeeprogramm Coffee2Stay hat das Unternehmen nach eigenen Angaben innerhalb von zwei Jahren 22.000 Kaffeefarmen in neun Anbauländern erreicht. Bis 2027 soll der gesamte Rohkaffee aus verantwortungsvollem Einkauf stammen, bis Ende 2026 sollen es bereits 40 Prozent sein. Investitionen in klimaangepasste Anbaumethoden, Agrartechniken und klimaresiliente Sorten sollen die langfristige Verfügbarkeit von Kaffee unterstützen.

Auch beim Konsum nach dem Anbau setzt Tchibo auf Kreislauflösungen. In rund 120 Filialen gibt es ein Mehrweg-Pfandsystem für Coffee to go. Seit Mai besteht zudem eine Mehrweg-Pfandalternative für Kaffeebohnen, die gemeinsam mit dem Partner circolution entwickelt wurde. In Wien und Graz sind bis zu acht Sorten lose erhältlicher Kaffeebohnen gegen 4 Euro Pfand erhältlich.

Neben dem Geschäftsmodell steht auch die Entwicklung der Mitarbeiter im Fokus. „Wir sind ein Arbeitgeber, der für Innovation und Entfaltung steht“, so Unterluggauer. Das Unternehmen setzt dabei auf langfristige Entwicklung und individuelle Perspektiven. Als Beispiel nennt Tchibo eine Mitarbeiterin aus Villach, die mit 15 Jahren als Lehrling begann, nach der Lehrabschlussprüfung stellvertretende Filialleiterin und 2025 Filialleiterin wurde. Heute ist sie zusätzlich Ausbildungsleiterin und gibt ihr Wissen zu Kaffee, CoffeeBar und Non Food an andere Filialleiter weiter. (red)

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