mediadome pressclub: Junge Zielgruppen jenseits von Social Media erreichen
Im „mediadome pressclub“ sprach medianet-Herausgeber Chris Radda mit Stefan Schmidt, Geschäftsführer und Partner der Young Enterprises Media GmbH, über zeitgemäße Wege, Schüler, Studenten und junge Menschen abseits problematischer Social-Media-Plattformen zu erreichen.
Radda leitete das Gespräch mit der Feststellung ein, dass oft behauptet werde, junge Menschen seien werblich kaum mehr ohne Social Media erreichbar. Young Enterprises zeige jedoch seit Jahrzehnten, „dass das so nicht ganz stimmt“. Stefan Schmidt beschrieb das Unternehmen als Anbieter eines breiten Medien- und Kommunikationsmixes. Begonnen habe man mit klassischer Schulwerbung, später seien Universitäten, Studentenangebote, Freizeitkanäle und zunehmend Employer Branding hinzugekommen. „In den letzten zehn bis 15 Jahren ist Employer Branding immer wichtiger geworden“, so Schmidt.
Die Zielgruppe ist groß: In Österreich gibt es rund 5.600 Schulen mit etwa 1,1 Mio. Schülern sowie knapp 300.000 Studenten. Entscheidend sei aber nicht nur Reichweite, sondern die richtige Ansprache im passenden Umfeld. „Unsere Expertise liegt darin zu wissen, wann man welchen Jugendlichen oder Studenten mit welchem Thema wie anspricht“, erklärte Schmidt. Junge Menschen seien keine homogene Gruppe, weshalb Beratung und zielgenaue Planung für Kampagnen zentral seien.
Ein wesentlicher Vorteil liege in der regionalen Steuerbarkeit. Gerade beim Employer Branding sei es für Unternehmen oft sinnvoller und effizienter, junge Menschen in bestimmten Regionen direkt anzusprechen, statt breit gestreute nationale Kampagnen zu schalten. „Employer Branding funktioniert häufig regional sinnvoller, budgeteffizienter und effektiver“, sagte Schmidt. Zum Angebot zählen unter anderem Plakatflächen, DOOH-Screens, Promotions, Printprodukte, Karriereportale, Familien- und Freizeitangebote.
Wichtig sei dabei auch die Nachweisbarkeit der Leistungen. Kampagnen in Schulen, Universitäten oder Mensen seien für Auftraggeber nicht unmittelbar sichtbar wie etwa klassische Außenwerbung im öffentlichen Raum. Daher dokumentiere Young Enterprises jede Kampagne. „Der Kunde bekommt Fotos der Kampagne und des Umfelds“, so Schmidt. Diese Dokumentationsdichte sei ein wichtiger Qualitätsfaktor.
Auch Print spiele weiterhin eine Rolle. Schmidt nannte etwa das Mitteilungsheft mit über 100.000 Stück Auflage sowie den Study Guide, der Maturanten in Österreich erreiche. Spezielle Printmedien funktionierten dann, wenn Zielgruppe, Umfeld und Werbemittel optimal zusammenpassten.
Ein zentrales Thema des Gesprächs war die wachsende Skepsis gegenüber Social Media. Radda sprach psychische Belastungen, Suchtmechanismen und problematische Inhalte an. Schmidt sieht darin auch eine Chance für kontrollierte, klassische Werbeformen. „Mittlerweile sind wir an einem Punkt angelangt, wo die Gesundheit unserer Jugendlichen massiv darunter leidet“, sagte er. Es gehe nicht mehr nur um einzelne Beiträge, sondern um stundenlanges „Scrolling“.
Im Unterschied dazu unterliege Werbung im Schulumfeld strengen Vorgaben und Kontrollen. Während globale Plattformen praktisch ohne Regulierung agierten, müssten Kampagnen in Schulen sensibel, geprüft und sinnvoll umgesetzt werden. Schmidt betonte zudem den gesellschaftlichen Mehrwert: Werbegelder können Schulen unterstützen, etwa bei Ausflügen, Anschaffungen oder sozialen Zwecken. Ziel sei es, „sinnvolle Kampagnen sinnvoll umzusetzen“ und zugleich Mehrwert für den Bildungsbereich zu schaffen.
Zum Abschluss betonte Schmidt, dass es den „klassischen Jugendlichen“ nicht mehr gebe. Interessen und Lebenswelten seien heute viel breiter gefächert. Für Unternehmen bedeute das mehr Komplexität, aber auch neue Chancen, junge Menschen glaubwürdig, regional und erlebnisorientiert zu erreichen.