Out of Home Studio: OOHA-Award 2026: Österreichs Außenwerbung sucht den internationalen Anschluss

Im gemeinsam mit dem Verband Out of Home Austria (OOHA) produzierten Format „Out of Home Studio“ sprach medianet-Herausgeber Chris Radda mit OOHA-Sprecherin Friederike Müller-Wernhart und Alexander Hofmann, Chief Creative Officer der Freude Agency und Vorsitzender der Jury des OOHA-Awards 2026, über die Weiterentwicklung des Preises und die wachsende Bedeutung von Out of Home in Österreich.
Im Mittelpunkt stand der OOHA-Award 2026, der am 14. Oktober 2026 stattfinden wird. Nach dem Neustart unter dem Dach des Verbands soll der Preis nun im zweiten Durchlauf stärker an internationale Standards herangeführt werden. Ziel ist es, den österreichischen Award an die Strukturen des Weltverbands World Out of Home Organization (WOO) anzulehnen und damit heimische Arbeiten auch international sichtbarer zu machen.

Müller-Wernhart verwies auf die starke Marktstellung des Verbands: „Der Verband umfasst 24 Mitglieder, damit repräsentiere der OOHA inzwischen mehr als 95 Prozent des österreichischen Außenwerbemarkts”, so Friederike Müller-Wernhart. Laut ihrer Einordnung und den Daten des Branchenbeobachters Media Focus Research GmbH, umfasst der heimische OOH-Markt rund 340 Mio. Euro. Während das klassische Plakat mit 42 Prozent weiterhin das stärkste Segment bildet, ist Digital Out of Home (DOOH) mit 34 Prozent der wichtigste Wachstumstreiber.
Ein Grund dafür sei die steigende Mobilität im öffentlichen Raum. Gerade einkommensstärkere Zielgruppen seien heute häufiger unterwegs und damit besser über Außenwerbung erreichbar. Gleichzeitig eröffne DOOH neue Möglichkeiten – von Bewegtbild bis zu standortbezogener Kommunikation.
Aus kreativer Sicht hob Hofmann die besondere Qualität des Mediums hervor. „Du brauchst eine sehr einfache, sehr klare Idee“, sagte er. Außenwerbung verlange Verdichtung und Präzision. Gerade deshalb sei sie für Kreative so reizvoll. „Wenn ich es am Plakat kann, dann kann ich es immer“, so Alexander Hofmann. Das Plakat sei damit der Härtetest einer Idee.
Zugleich betonte er die besondere öffentliche Wirkung des Mediums. „Was du im Out of Home publizierst, das stellst du in den öffentlichen Raum. Und das ist ein Statement“, sagte Hofmann. Anders als individualisierte Online-Botschaften wirke OOH als öffentlich sichtbares Massenmedium und genieße dadurch auch besondere Glaubwürdigkeit.

Diese Entwicklung soll sich auch im neuen Zuschnitt des Awards spiegeln. Künftig soll der Preis breiter aufgestellt sein und neben klassischer Kreation auch digitale Anwendungen, Special Builds, Sustainability und technische Innovationen stärker berücksichtigen. Damit reagiert der Verband auf die veränderte Realität einer Branche, in der analoge und digitale Werbewelten zunehmend verschmelzen.

Auch die Jury soll bewusst vielfältig besetzt werden – mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verband, Auftraggeberschaft und Agenturen. Bewertet werden laut Hofmann vor allem Kreativität, Funktion und Strategie. Die Jurierung erfolgt in zwei Schritten: zunächst remote im Juni, danach bei einer physischen Jurysitzung im September. Die Einreichphase für den Award beginnt dieser Tage.

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