agency log # 114: P8 bringt Marketing-KI-Plattofrm AI8 in den Echtbetrieb

Die P8 Marketing GmbH hat ihre ganzheitliche Marketing-KI-Plattform AI8 in den Echtbetrieb überführt. Das sagte Gründer und CEO Georg Hofherr im medianet.tv-Format „agency Log“ im Gespräch mit medianet-Herausgeber Chris Radda. Erste Kunden aus Industrie, Tourismus und Gesundheitsbereich nutzen die Plattform bereits in der Praxis.

„Sie ist live. Das ist das Wichtigste“, sagte Hofherr. AI8 sei nicht als weiteres isoliertes KI-Tool gedacht, sondern als integrierter Arbeitsprozess für Marketing- und Vertriebskommunikation. „KI muss in den Arbeitsprozess integriert werden, aber in Verbindung mit Menschen“, betonte der P8-Chef. P8 spreche daher von „Expert in the Loop“.

AI8 soll Unternehmen dabei unterstützen, Marketinginhalte nicht generisch, sondern auf Basis konkreter Unternehmens-, Marken- und Produktdaten zu erstellen. Hinterlegt werden unter anderem Markenstrategie, Wording-Vorgaben, Zielgruppen und Produktinformationen. Über Schnittstellen können auch CRM- oder Produktdatenbanken angebunden werden.

Der zentrale Unterschied zu herkömmlichen KI-Anwendungen liege laut Hofherr darin, dass AI8 Inhalte mit Strategie, Konzept und Wording-Vorgaben abgleicht. „Du brauchst zuerst eine Strategie, du brauchst ein Konzept, du brauchst einen Wording-Guide, damit deine Inhalte relevant für deine Zielgruppe sind“, sagte Hofherr.

Ein wesentliches Element ist das Governance-Modell. Es definiert, nach welchen Regeln Inhalte erstellt, geprüft, freigegeben und weiterverwendet werden. Dieser Prozess sei zu Beginn aufwendig, diene aber auch als Selbstprüfung für Unternehmen: Gibt es eine klare Positionierung? Sind Produktbeschreibungen vorhanden? Sind Zielgruppen und Tonalität definiert? „Das ist auch ein guter Check fürs Unternehmen“, sagte Hofherr.

Radda verwies darauf, dass Marketing lange einer der weniger durchgängig digitalisierten Unternehmensprozesse gewesen sei. Mit Plattformen wie AI8 werde nun der gesamte Ablauf von Strategie über Content-Erstellung bis Distribution strukturierter abgebildet. Hofherr sieht darin eine Aufwertung des Marketings: „Es wird Marketing an Bedeutung gewinnen durch KI und nicht verlieren.“

Auch Freigabeprozesse bleiben zentral. Inhalte, Bilder, Videos oder Kampagnenbausteine würden nicht ungeprüft ausgespielt, sondern durch definierte Verantwortlichkeiten geführt. „Es bekommt eine Hierarchie, es bekommt eine Logik“, sagte Hofherr. Repetitive Aufgaben könne die KI übernehmen, während Menschen stärker an Bewertung, Verfeinerung und Freigabe arbeiten.

Neben AI8 für größere Unternehmen hat P8 mit „Lucy KI“ ein spezialisiertes Social-Media-Tool für Hotellerie, Tourismus und Hospitality entwickelt. Das Tool erstellt Social-Media-Pläne, Texte, Fotos und Bewegtbildinhalte aus hinterlegten Hotel- und Produktdaten. Inhalte können saisonal, regional und auf lokale Ereignisse abgestimmt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Auffindbarkeit von Inhalten in klassischen Suchmaschinen und KI-basierten Antwortsystemen. Hofherr zufolge ist AI8 auf GA- und GEO-Readiness ausgerichtet. Texte, Bilder und Produktinformationen würden so strukturiert, dass sie maschinell besser auslesbar sind.

Trotz der technologischen Entwicklung warnte Hofherr vor überzogenen Erwartungen an KI. „Ich sehe das sehr nüchtern. Es ist ein Datenmodell und es ist ein Rechenmodell, und wir setzen es einfach für die Arbeit ein“, sagte er. Entscheidend bleibe die fachliche Kompetenz der Menschen: „Ich kann nur beurteilen, ob etwas gut ist, wenn ich Fachexperte bin.“

P8 beschäftigt rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Innsbruck, Salzburg und Wien und betreut Kunden in Österreich und Deutschland. Die Nachfrage nach AI8 sei hoch, weil Unternehmen den Nutzen für Effizienz, Qualität und Nachvollziehbarkeit erkennen würden.

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