AUTOMOTIVE BUSINESS
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Der seit Jahren florierende US-Automarkt hat sich in den vergangenen Monaten deutlich abgekühlt.

Jürgen Zacharias 05.10.2016

US-Automarkt schwächelt

Für den September melden sowohl General Motors, als auch Ford und Fiat Chrysler Absatzrückgänge – besonders stark fällt das Minus bei Volkswagen aus.

DETROIT. Die jüngsten Nachrichten vom US-Automarkt sind nicht gerade positiv: Den Branchenschwergewichten General Motors (GM), Ford und Fiat Chrysler zufolge haben sich die US-Verbraucher im September beim Autokauf erneut deutlich zurückgehalten – alle drei Hersteller meldeten Anfang der Woche sinkende Verkaufszahlen. Damit deutet sich immer klarer an, wovor Experten schon vor Monaten warnten: Dass der Boom des nach China zweitgrößten Automarkts der Welt seinen Höhepunkt überschritten hat.
Schon im Juni und Juli wurde offensichtlich, dass die Kauflust auf Neuwagen in den USA trotz billigen Sprits und günstiger Finanzierung immer mehr zurückgeht. Der August war dann nach dem Rekordjahr 2015 und sechs Wachstumsjahren hintereinander der bereits dritte Monat in Folge mit sinkenden Verkaufszahlen. Der September bestätigte nun den Trend, und eine Besserung scheint weder im Rest des Jahres, noch über das Jahr hinaus in Sicht. So geht beispielsweise BMW weder für heuer noch für das kommende Jahr von Zuwächsen aus. „Ich rechne in diesem Jahr nicht mit einem Wachstum, und auch nicht notwendigerweise im nächsten Jahr“, sagte BMW-Vertriebschef Ian Robertson kürzlich am Rande des Pariser Autosalons.

VW hat weiterhin Absatzprobleme
Besonders heftig erwischte es im September (einmal mehr) den deutschen Autohersteller Volkswagen: Die Wolfsburger mussten dem Abgasskandal weiter Tribut zollen und verkauften um 7,8 Prozent weniger Fahrzeuge als ein Jahr zuvor. Es war für VW bereits der elfte Monat mit einem Absatzminus in Folge. Der Konzern hatte in den USA nach Bekanntwerden der Affäre um manipulierte Abgaswerte einen Verkaufsstopp für Dieselwagen verhängt, was die ohnehin schon schwachen Verkäufe zusätzlich dämpfte. Die Premium-Tochter Audi bleibt indes auf Wachstumskurs und wurde im September 1,6 Prozent mehr Wagen bei US-Kunden los.
Beim US-Marktführer GM gingen die Verkäufe um 0,6 Prozent zurück, Rivale Ford meldete ein dickes Minus von 8,1 Prozent. Auch der dank seiner in den USA beliebten Jeeps und Pick-up-Trucks erfolgsverwöhnte Konkurrent Fiat Chrysler verkaufte diesmal ein Prozent weniger; die großen japanischen Anbieter Toyota und Nissan setzten hingegen 1,5 bzw. 4,9 Prozent mehr Autos ab. (jz)

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