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Coronabedingte Krise in der Luftfahrt setzt FACC schwer zu © APA/Manfred Fesl
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Redaktion 21.08.2020

Coronabedingte Krise in der Luftfahrt setzt FACC schwer zu

Ein Viertel weniger Umsatz und Verlust im Halbjahr. Bis zu 700 Jobs könnten wegfallen, großteils in Österreich.

WIEN/RIED IM INNKREIS. Die coronabedingte Krise in der Luftfahrt setzt FACC schwer zu. Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer hat das Halbjahr mit einem Umsatzeinbruch um mehr als ein Viertel und einem Verlust von 41 Mio. Euro abgeschlossen. Bis Ende September läuft noch ein Kurzarbeitsprogramm, danach droht ein massiver Stellenabbau. Im schlimmsten Fall könnten 700 Jobs wegfallen, großteils in Österreich.

Wie viele es genau sein werden, wollte der Vorstand am Donnerstag beim Halbjahrespressegespräch nicht sagen. Man sei aber nicht weit entfernt vom Worst-Case-Szenario von 700 Personen, so Firmenchef Robert Machtlinger auf Nachfrage. Ein Sozialplan sei bereits in Verhandlung. "Ich möchte dazu noch nichts sagen, sondern es zuerst intern kommunizieren", betonte Machtlinger.

FACC beschäftigt in Österreich rund 3.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Schwerpunkt des Stellenabbaus werde in Österreich sein, wo das Gros der Fertigung ist. Aber auch an anderen Standorten werde Personal abgebaut, räumte der Vorstand ein. In Töchterfirmen beschäftigt FACC etwa 300 Personen. Auf der anderen Seite will das Unternehmen Teile, die im Ausland gefertigt werden, nach Österreich zurückholen und dadurch im nächsten Jahr 80 bis 100 Jobs sichern.

Das Einsparprogramm von 15 Mio. Euro betrifft im Wesentlichen den Personalbereich, wenngleich der Konzern auch bei anderen Ausgaben - vom Materialzukauf bis hin zu den Reisekosten - sparen muss. Von der Regierung hat sich FACC Hilfen im Ausmaß von 29 Mio. Euro geholt, insbesondere durch das Kurzarbeitsmodell und den Fixkostenzuschuss. Im Juli sicherte sich das Zulieferunternehmen zudem eine neue Kreditlinie von 60 Mio. Euro.

Bei zukünftigen Investitionen muss FACC nun auf die Bremse steigen. Das 33-Mio.-Euro-Investment in ein geplantes, neues Werk in Kroatien werde es in dieser Form nicht geben. "Wir werden im vierten Quartal entscheiden, ob wir Kroatien umsetzen", sagte Machtlinger.

Die kommenden Jahre werden für das Unternehmen, das weite Teile seiner Umsätze mit Airbus und Boeing macht, alles andere als einfach. "Die Auswirkungen sind größer als 2001 (Terroranschläge am 11. September, Anm.) und 2008 (Finanzkrise, Anm.). Die derzeitige Krise ist weltweit und unvorhersehbar. Wir rechnen damit, dass die Erholung länger dauert", sagte Firmenchef Machtlinger. Die Rückkehr zum Vor-Corona-Niveau erwartet das Management erst in vier bis fünf Jahren.

Der innerchinesische Flugverkehr starte zwar wieder an, lag aber mit Stand Juni immer noch um 35 Prozent unter dem Vorjahr. In den USA lag das Niveau vor zwei Monaten noch um 80 Prozent unter der Vor-Coronazeit. "Der Verkehr springt zwar wieder an, aber es fliegen relativ wenig Leute. Das heißt, die Fluglinien verdienen kein Geld", so Machtlinger. Erst bei einer Sitzplatzauslastung über 75 Prozent sei das Geschäft der Airlines kostendeckend und gewinnbringend. Im Juni sei die Auslastung bei rund 58 Prozent gelegen.

Für das Gesamtjahr 2020 wird für FACC ein Umsatz zwischen 500 bis 520 Mio. Euro erwartet. Der Betriebsverlust dürfte zwischen 55 bis 65 Mio. Euro liegen. An der Wiener Börse reagierte die FACC-Aktie auf den negativen Ausblick mit Verlusten - zu Mittag mit minus 1,1 Prozent.

Im ersten Halbjahr lagen die Umsätze von FACC mit 292 Mio. Euro um 26 Prozent unter Vorjahr (Vergleichsperiode 2019: 394,9 Mio. Euro). Die Pandemie machte Abschreibungen und Abwertungen über 37,4 Mio. Euro nötig. Im ersten Halbjahr wurde deshalb ein Betriebsverlust von 36,9 Mio. Euro ausgewiesen, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es -5,2 Mio. Euro. Nach Steuern lag der Verlust nach sechs Monaten bei 41 Mio. Euro. (APA)

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