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2,6 Millionen für neue Kinoprojekte © APA / Martin Fichter-Wöss
© APA / Martin Fichter-Wöss

Redaktion 10.02.2022

2,6 Millionen für neue Kinoprojekte

Förderzusagen des Filmfonds Wien zur 1. Jurysitzung 2022.

WIEN. In der ersten Förderrunde des Filmfonds Wien wurden unter anderem die bitterböse Gesellschaftssatire „Vikinger“, der neue Kinofilm von Daniel Hoesl, und „How to Be Normal“, das Langfilmdebüt von Florian Pochlatko, gefördert. Mit
„Wir : Erde“, „Tag X“, „Viktoria und Siaka“ und „Girls & Gods“ erhielten vier Dokumentarfilme Unterstützung, die sich den globalen Themen unserer Zeit annehmen. Des weiteren erhielt eine Reihe minoritäre und majoritäre Koproduktionen Zusagen: „Animal“ von Sofia Exarchou, „Der grüne Wellensittich“ von Elsa Kremser und Levin Peter, „Utopia“ von Juri Rechinsky und Terence Davies‘ „The Post Office Girl“. Bei letzterem handelt es sich um eine Verfilmung von Stefan Zweigs „Rausch der Verwandlung“, die als Vierländerkoproduktion unter österreichischer Ägide entsteht.

Bei der ersten Sitzung im Jahr 2022 erteilte die Jury, bestehend aus Christine Dollhofer, Peter Jäger, Malina Nwabuonwor, Katrin Renz und Manfred Schmidt insgesamt 16 Projekten Zusagen – Mittel in Höhe von 2,67 Mio. € wurden vergeben. Eingereicht waren 40 Projekte mit einer Antragssumme von etwa 8,76 Mio. €.

Zwölf Projekte erhalten Herstellungsförderung in Gesamthöhe von 2.569.650 Euro
Die bitterböse Gesellschaftssatire "Vikinger" von Regisseur und Autor Daniel Hoesl (Soldate Jeannette, Davos) entwirft das entlarvende Bild eines superreichen Ehepaars, das, scheinbar über dem Gesetz stehend, doch an seine Grenzen stößt. Hoesls neuer Film wird von der Ulrich Seidl Filmproduktion verwirklicht, die Hauptrollen übernehmen Laurence Rupp und Ursina Lardi.

FreibeuterFilm (Hinterland, Große Freiheit) wird mit dem fantasievollen Coming-of-Age-Drama "How To Be Normal" das Langfilmdebüt von Regisseur Florian Pochlatko umsetzen. Pia, gerade aus der Psychiatrie entlassen, zieht wieder bei ihren Eltern ein, um ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. Nach und nach verwandelt sie sich in eine bärenstarke 20 m-Frau im Kampf um Selbstbestimmung, alte Liebe, die Kontrolle über den eigenen Körper und gegen Stigmatisierung. Ist sie ein Monster, das die Welt bedroht oder eine Heldin, die sie retten wird?

Alle Weltreligionen behandeln Frauen als Menschen zweiter Klasse. Doch was passiert, wenn sie plötzlich die Macht fordern, anstatt sie zu bekämpfen? Das Regieduo Verena Soltiz und Arash T. Riahi dokumentiert in "Girls & Gods" die Begegnungen von Feministin Inna Shevchenko mit einzigartigen Frauen, die religiöse Normen infrage stellen, um eine mögliche Lösung für den historischen Konflikt zwischen Religion und Frauen zu finden. Die Golden Girls Filmproduktion setzt das Projekt mit Dreharbeiten in Israel, USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Österreich um.

In seinem neuen Film "Wir : Erde" verhandelt Dokumentarist Othmar Schmiderer ("Die Tage wie das Jahr") das Verhältnis des modernen Menschen zum Planeten Erde und dessen Biosphäre. Das Projekt wird von der Othmar Schmiderer Filmproduktion umgesetzt.

"Victoria Und Siaka" ist die Geschichte eines österreichisch-gambischen Liebespaares, das nach Jahren der Unsicherheit und des unfreiwilligen Exils einen Neuanfang in Wien wagt. Victoria will endlich hier ankommen, Siaka indes sehnt sich immer mehr nach Gambia. Ein Paar zwischen zwei Welten – und das Porträt einer modernen Liebe. Der Dokumentarfilm von Ivette Löcker ("Was uns bindet") wird von der KGP Film produziert.

Dokumentarfilmer Christian Tod ("Free Lunch Society") widmet sich in seinem neuen Kinofilm der Bedrohung der Demokratie. "Tag X" begleitet den weltweit führenden Experten für Aufstandsbekämpfung, David Kilcullen, und untersucht die Fragilität unseres politischen Systems und seiner Institutionen.

Basierend auf Stefan Zweigs "Rausch der Verwandlung" wird der britische Regiemeister und Spezialist für Literaturverfilmungen, Terence Davies, "The Post Office Girl" in Wien drehen. Die Koproduktion mit Großbritannien, Luxemburg und Deutschland wird federführend von der Wiener Golden Girls Filmproduktion gestemmt. Der historische Stoff erzählt vom Leben einer jungen Frau aus armen Verhältnissen, die im Wien der 20er-Jahre ihrem von ihrer sozialen Herkunft vorbestimmten Schicksal zu entrinnen versucht. Die Hauptrollen sollen Sophie Cookson, Richard E. Grant, Verena Altenberg und Michael Niavarani übernehmen.

Regisseurin und Autorin Sudabeh Mortezai begibt sich nach ihren in Wien spielenden Filmen "Macondo" und "Joy" für das kommende Projekt "Europa" nach Albanien. Dort prallen in Form von Beate, die eine global agierende Sicherheitsfirma vertritt und dem naturverbundenen, geschichtsbewussten Albanier Jetnor zwei Welten aufeinander. Die österreichische Produktion mit britischer Finanzierung wird von der Wiener Fratella Film umgesetzt.

Masha hat einen Selbstmordversuch überlebt, Misha arbeitet in der Leichenhalle. Wäre ihr Suizid geglückt, hätte er ihren Körper für die Obduktion geöffnet. Doch das Leben hält eine andere Wendung für sie bereit. "Der Grüne Wellensittich", Spielfilmdebüt von Elsa Kremser und Levin Peter (Space Dogs) erzählt die Geschichte ihres gemeinsamen Sommers in Minsk. Die Panama Film produziert.

Das Gesellschaftsdrama "Animal" von Regisseurin und Autorin Sofia Exarchou (Park) begleitet in Griechenland eine Gruppe von Hotelanimateurinnen und -Animateuren zwischen exzessivem Spiel, Tanzshows und nächtlichen Begegnungen hinter den Kulissen. Die minoritäre Koproduktion mit Griechenland, Deutschland und Bulgarien wird auf österreichischer Seite von der Nabis Filmgroup vertreten.

Die Wiener Horse & Fruits verwirklicht federführend und in Zusammenarbeit mit der Rigaer Pronto Film und der Revolver Amsterdam die Dreiländerkoproduktion "Utopia" von Regisseur und Autor Juri Rechinsky (Ugly). An einem Abend wie jedem anderen erlebt ein Figurenensemble mit unterschiedlichsten Backgrounds ein unerklärliches, katastrophales Phänomen und muss sich auf eine existenzielle Reise durch die Nacht von Kiew begeben.

Vier Projekte erhalten Projektentwicklungsförderung in Höhe von 105.000 Euro
Gemeinsam mit Amour Fou Vienna projektiert Regisseurin und Autorin Evi Romen (Hochwald) ihren zweiten Spielfilm. In "Happyland" kehrt die 50-Jährige Helen nach einer Karriere als Popmusikerin in London in ihren Heimatort an der Donau zurück. Dort trifft sie auf die Geister ihrer Jugend in Form von ehemaligen Band-Kollegen, ihrer großen Liebe und einem mysteriösen jungen Pferdenarr.

Das Serienprojekt "Johnny" erzählt den Aufstieg und Fall des Einbrecherkönigs und Volkshelden Johann “Schani” Breitwieser im Wien der 1910er-Jahre. Autor und Regisseur Markus Schleinzer entwickelt die Serie mit der Wiener Coop99 und der Berliner X Filme Creative Pool.

Regisseurin und Produzentin Susanne Brandstätter plant mit "Hungry"einen hybriden Kinofilm zum Thema Lebensmittelindustrie. Der Film ist in dem seltenen Format des Science-Fiction-Dokumentarfilm konzipiert, in dem die Autorin die Auswirkungen der recherchierten Fakten in einem weitergedachten Zukunftsszenario zuspitzt.

Art Media Film & TV Produktion entwickelt das Spielfilmprojekt "Voluntary Value" von Regisseur und Autor Paul Meschuh, in dem sich eine angehende österreichische Lehrerin auf einer Volontariatsreise in Ghana in einer Spendenfalle wiederfindet. (red)

 

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