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Fö N Kreativ-Summit hinterlässt Spuren © Standortagentur Tirol

Die Auftaktveranstaltung zum Fö N Kreativ-Summit lockte zahlreiche Besucher ins Haus der Musik in Innsbruck.

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Die Auftaktveranstaltung zum Fö N Kreativ-Summit lockte zahlreiche Besucher ins Haus der Musik in Innsbruck.

Redaktion 20.09.2022

Fö N Kreativ-Summit hinterlässt Spuren

„Ein Kreativ-Summit gegen die Schwerkraft" war das Motto des Veranstaltungsformats „Fö N“, das am Freitag, 9. September 2022, erstmals in Innsbruck über die Bühne ging.

INNSBRUCK. Ein prall gefüllter großer Saal im Haus der Musik: Die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Tirol (WKT) als Veranstalterin freute sich über den Erfolg der ersten Auflage. Nach gut einjähriger Planungszeit präsentierten die „Fö N-Macher“ Tom Jank und Mitinitiator Kurt Höretzeder rund 250 Besucherinnen und Besuchern im Haus der Musik ein Programm mit Vortragenden, die Kreativität als öffentliches Anliegen und im Kontext von Transformation und Innovation diskutierten.

„Mit Fö N wollen wir der Kreativität in Tirol eine Bühne geben und das enorme Potenzial, das der Kreativität innewohnt, ins gesamtgesellschaftliche Blickfeld rücken“, so Wei Sraum. Designforum-Gründer und kreativland.tirol-Initiator Kurt Höretzeder. „Der Kreativ-Summit soll aufzeigen, wie vielfältig Kreativität ist und was sie für den Standort leisten kann. Sie ist nicht bloß ein Thema für die Kreativwirtschaft oder einige wenige Großgenies. Wir brauchen ein tieferes Verständnis für die enorme Kraft von Kreativität – im Beruf und in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und in der Politik.“

Der Weg zu diesem Verständnis - so stellte das bunt gefächerte Vortragsprogramm von Fö N unter Beweis - ist einer mit vielen Zugängen: Der Autor, Journalist und Experte für Transformation und Information, Wolf Lotter, rief in seinem Vortrag zur kreativen Revolution auf. Er wünsche den Tiroler Kreativschaffenden Mut zum Aufbruch: „Traut euch, aus dem Traditionalismus auszubrechen und über den Tellerrand zu schauen! Unsere Zukunft braucht Menschen, die Probleme konkret lösen können und sie nicht nur verwalten.“ Für kreative Transformation brauche es kein Change-Washing, sondern echtes Interesse, Neugier und die Förderung von Ideen.

Der Texter und Kreativdirektor Michael Matthiass führte in die Kunst des intuitiven Denkens ein und betonte, dass Kreativität nicht zufällig geschehe. Die zusammenspielenden Kräfte dabei seien die Analyse und die Intuition. Zuvor müsse man dem Kern einer Sache auf den Grund gehen, bevor dem Fluss der Kreativität freien Lauf gelassen werden kann.

Dem Potenzial der Kreativität für den ländlichen Raum widmete sich Kulturmanagerin Elisabeth Schweeger. Am Beispiel Kulturhauptstadt Salzkammergut erörtete sie die praktischen Herausforderungen für künstlerisches Schaffen und Kreativität und betonte, dass nur im Dialog Großes entstehen kann.

Der 14-fache Buchautor und Unternehmensberater Jens-Uwe Meyer ging auf die Notwendigkeit von innovationsgetriebenem Handeln in Unternehmen ein. Veränderte Rahmenbedingungen in der Wirtschaft, in der ganzen Welt, verlangen von Unternehmen ständig sich neu zu evaluieren und zu erfinden. Dafür brauche es dringend kreative Köpfe.

Das Nachmittagsprogramm läuteten die Unternehmensberater Sonja Zant und Matthias Pöll ein, die Beziehungen und Systeme in dem Kontext der Kreativität betrachteten. Nur durch interpersonelle Verbindungen und der Auseinandersetzung mit dem Gegenüber entstehe Raum für Kreativität.

Maria Dietrich (CMb.industries GmbH) und Chris Müller, Direktor der Tabakfabrik Linz, sprachen in ihrem Vortrag über die Stimulation von Kreativität und kreative Biotope als Chance für Städte und Gemeinden. Und sie wurden eindringlich: „Wir leben aktuell in einer protomodernen Zeit, wo wir für unsere Kinder Prototypen schaffen müssen, die sich in der Zukunft bewähren. In Tagen voller Herausforderungen hat man Angst oder man wird kreativ.“

Wie sogar die scheinbar trockene Welt der Bürokratie von kreativen Konzepten profitieren kann, machte Anna Schneider, Direktorin des Creative Bureaucracy Festivals Berlin, in ihrer Keynote deutlich. Die linearen und starren Prozesse der Bürokratie seien schlicht zu langsam, um Antworten auf die multidimensionalen Probleme der heutigen Zeit zu liefern. Daher muss in Zukunft mit offenen Lösungsansätzen gearbeitet werden und auch Schneider, wie schon Elisabeth Schweeger, hob die Bedeutung des Dialogs zwischen den Stakeholdern hervor.

Stefan Klein, Physiker, Philosoph und Wissenschaftsautor, betrachtete die Kreativität im wissenschaftlichen Licht und untermauerte den Wert des schöpferischen Geistes in einer Welt von Big Data, Machine Learning und K.I. Weiter appellierte Klein ans Publikum, sich im Alltag Momente des Nichts-Tun herauszunehmen – diese sind der Boden für schöpferische Ideen.

Eben dieser schöpferische Geist und sein enormes Potenzial für Wirtschaft und Gesellschaft bekam auf dem Fö N Kreativ-Summit deutlichen Wind unter den Flügeln. Für Tom Jank, Fachgruppenobmann Werbung und Marktkommunikation bei der Wirtschaftskammer Tirol und Co-Initiator des Summits, steht es außer Frage, dass die Kreativität in Tirols Unternehmen neu betrachtet und bewertet werden muss: „Tirols Wirtschaft hat dringend Aufholbedarf in Sachen einer zeitgemäßen, professionellen Kreativitätskultur. Mit Leuchtturmprojekten wie dem Fö N-Kreativ-Summit geben wir dafür Impulse und schaffen die notwendigen Netzwerke. Die Tiroler Unternehmerinnen und Unternehmer müssen nur erkennen, wie wichtig es ist, sich jetzt einzuklinken.“

Zuspruch findet er von Gina Vedova, die als Clustermanagerin für das kreativland.tirol maßgeblich an der Organisation von Fö N mitgearbeitet hat. „Unser Kreativ-Summit ist erst der Anfang einer Reihe von Events und Maßnahmen, die aus oftmals ungenutztem kreativen Potenzial ein florierendes, kreatives Land Tirol machen soll.“ Ingo Erricher, Prokurist der Standortagentur Tirol, ist überzeugt: „Die Förderung von Kreativität muss in Tirol weiter forciert werden und das Format ‚Fö N‘ mit beeindruckenden Speakern und inspirierenden Impulsen zeigte unzählige Möglichkeiten dafür auf.“ (red)

 

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