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Kanzleramt gab im 2. Quartal 2020 das Zehnfache für Werbung aus © Andy Wenzel
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Redaktion 17.09.2020

Kanzleramt gab im 2. Quartal 2020 das Zehnfache für Werbung aus

Medientransparenzdaten veröffentlicht: Öffentliche Hand warb insgesamt um rund 59 Mio. Euro, 14,8 Mio. Euro für den Boulevard.

WIEN. Die öffentliche Hand hat im zweiten Quartal 2020 rund 59 Mio. € für Werbung in Medien ausgegeben. Das geht aus den am Dienstag veröffentlichten Medientransparenzdaten hervor. Damit wurde der Vergleichszeitraum 2019 um rund neun Mio. € übertroffen. Besonders großzügig zeigte sich das Kanzleramt, das zehnmal so viel investierte wie im zweiten Quartal des Vorjahres.

Insgesamt warb die Bundesregierung in den von Corona-Informationsbedarf geprägten Monaten April bis Juni mit rund 13,9 Mio. € deutlich mehr in den Jahren davor. Laut einer Anfragebeantwortung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vom Juli gab die Regierung von März bis Ende Mai mehr als 10 Mio. € für die Schaltung von Corona-Aufklärungs-Inseraten, Spots in privaten TV- und Radiokanälen und Online-Info aus. Allein das Kanzleramt warb laut den am Dienstag veröffentlichten Daten im zweiten Quartal 2020 (April bis Juni) um rund 6,7 Mio. €. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2019 waren es nur rund 700.000 € gewesen.

Damit gab das Kanzleramt erstmals mehr aus als die Stadt Wien, die traditionell der größte Einzelwerber ist. Die Stadt wendete knapp 6 Mio. € auf. Rechnet man ihre Beteiligungen dazu, steigt die Summe auf knapp 9 Mio. Die Wirtschaftskammern gaben rund 4 Mio. € aus, die Arbeiterkammern rund 1,2 Mio.

Ein großer Brocken ging mit rund 14,8 Mio. € wie immer an die Boulevardmedien. Rund 7,3 Mio. € erhielt die Kronen Zeitung (inklusive online und Kronehit), rund 3,6 Mio. gingen an Österreich (inklusive "oe24.at" und "oe24.tv") und weitere 3,9 Mio. flossen insgesamt an Heute (inklusive Online-Ausgabe und netdoktor.at). Für den ORF gab es rund 6,9 Mio. €.

Auch in die von der österreichischen Medienpolitik gerne gescholtenen internationalen Plattformen investierten Bund, Länder, Gemeinden und staatsnahe Unternehmen wieder kräftig. Für Google-Werbung (inklusive YouTube) wurden rund 2 Mio. € ausgegeben, rund 1,4 Mio. € erhielten Facebook und Instagram. (APA)

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