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Der Cybercrime-Report 2014 APA/dpa
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Redaktion 22.09.2015

Der Cybercrime-Report 2014

Rückgang der Anzeigen um mehr als 10 Prozent, Ermittlungen wegen "höherer Professionalisierung und Vernetzung" schwieriger.

Wien. Cybercrime ist und bleibt ein dynamisches und innovatives Kriminalitätsphänomen, das Ermittlungsbehörden ständig vor neue Herausforderungen stellt, heißt es im neuen Cybercrime-Report 2014 des Bundeskriminalamtes. Dennoch sanken die Anzeigen im Bereich der Cyber-Kriminalität gegenüber dem Vorjahr um 10,8% auf 8.966 (2013:10.051). Die Anzahl der reinen IT-Delikte (Cybercrime im engeren Sinn) stieg 2014 leicht an. Darunter versteht man Straftaten, die mit Hilfe der Technologien des Internets begangen werden, wie zum Beispiel der widerrechtliche Zugriff auf ein Computersystem.
Die Aufklärungsquote lag 2014 bei 40,8% und war damit 4,4% unter jener von 2013.

Trend zur gefälschten Bezahlbestätigung

Auch wenn aktuell die Cyber-Kriminalität zurückgeht, sei im Zehn-Jahresvergleich doch ein deutlicher Trend nach oben ablesbar - wegen der "zunehmenden Verbreitung von Smartphones und Tablets und des Ausbaus von Breitbandverbindungen". Zudem entstünden laufend neue Kriminalitätsphänomene wie Phishing- und Spam-Mails. Eine deutliche Steigerung gab es auch bei Meldungen über versuchte Betrugsfälle auf Online-Plattformen, bei Ein- und Verkäufen im Internet - zumeist bei Kfz- oder Immobilienangeboten. Der gängige "Modus Operandi des Bestellens und Nichtbezahlen" gehe hier in Richtung der Vortäuschung von gefälschten Bezahlbestätigungen durch PayPal- und Amazon-Konten. Der Direktor des Bundeskriminalamtes General Franz Lang betont: "Die österreichische Bevölkerung schützt sich mehr vor Cybercrime als der EU-Durchschnitt. Trotzdem müssen wir versuchen noch mehr Menschen klarzumachen, dass dieTäter nicht virtuell, sondern real sind."

Cybercrime-Competence-Center

Das im Bundeskriminalamt angesiedelte Cybercrime-Competence-Center C4 ist die nationale und internationale Zentralstelle zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität in Österreich. Neben dem C4 auf Bundesebene bestehen in allen Landeskriminalämtern vergleichbare Dienststellen. In diesen Organisationseinheiten sind kriminalpolizeilich und technisch ausgebildete Experten mit der Bekämpfung von Cybercrime und der IT-Forensik in den jeweiligen Bundesländern befasst. Für die Bekämpfung von Cybercrime auf lokaler Ebene und zur Unterstützung der Kollegen in den Polizeiinspektionen wurden in den letzten Jahren rund 280 Bezirks-IT-Ermittler ausgebildet. "Bei der Bekämpfung von Cybercrime spielt auch Prävention eine wesentliche Rolle. Insbesondere der direkte Kontakt mit der Bevölkerung mit allen Einheiten, sei es nun von der Polizeiinspektion bis zu den Bezirks-IT- Ermittlern, den Präventionsbeamten bis zu den Experten der Landeskriminalämter und des C4 "konkretisiert Lang.

Der 51-seitige Cybercrime-Report 2014 des Bundeskriminalamtes ist unter www.bundeskriminal.at downloadbar. (red)

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