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Wie steht es um die heimische Tourismusbranche? Tirol Werbung
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Redaktion 07.10.2015

Wie steht es um die heimische Tourismusbranche?

Deloitte Tirol Tourismusbarometer 2015: Die Sorgenliste von Tourismus- und Freizeitwirtschaft

Wien. Deloitte Tirol hat die aktuelle Stimmung und Erwartungshaltun unter den Touristikunternehmen, mit dem Fokus auf die Hochburg Tirol, erhoben. Die Studie bringt den Status Quo der Tourismusbranche auf den Punkt und zeigt Entwicklungstendenzen auf. Gerade Tirol, das bei den Ankünften und Nächtigungen mit Abstand die Spitzenposition in Österreich einnimmt, sieht sich mit einem Negativtrend konfrontiert.
Die Stimmung unter den Tourismusbetrieben ist heute grundsätzlich von Pessimismus geprägt. 61 % der Befragten erwarten eine Verschlechterung ihrer Lage in den nächsten fünf Jahren, 46 % sogar schon in den nächsten zwölf Monaten. „Die pessimistische Stimmung unter den Touristikern ist ein Alarmzeichen. Bisher war noch ein grundsätzlicher Optimismus in der Branche feststellbar – davon ist aber nichts mehr zu bemerken“, erklärt Andreas Kapferer, Partner von Deloitte Tirol. „Der aktuelle negative Trend ist hoffentlich ein Weckruf und eine Initialzündung für Gegenmaßnahmen.“

Steigende Kosten- und Abgabenbelastung

Die Touristiker sehen sich mit einer Reihe von Mehrbelastungen, vor allem in Form von steigenden Kosten und Abgaben, konfrontiert. Dies hat einen deutlich negativen Einfluss auf die geschäftliche Entwicklung. Für 84 % der Befragten sind steigende Kosten und für 80 % steigende Abgaben negative Einflussfaktoren für ihre Betriebsentwicklung. 43 % wiederum sehen ihre Geschäftsentwicklung zudem durch Personalmangel im regionalen Umfeld gebremst. Eine drohende Abnahme der Gästezahlen und nationale sowie internationale Mitbewerber werden wiederum nur als geringes Risiko wahrgenommen.

Zunehmender Fachkräftemangel

Fachkräftemangel wird im Tourismus zu einem wachsenden Problem: 65 % stimmen der Aussage zu, dass die Verfügbarkeit von Fachkräften ein größeres Problem als noch vor zehn Jahren darstellt. „In Hinblick auf die Verfügbarkeit von Fachkräften stellen die Touristiker einen deutlichen Mangel fest“, so Kapferer. „Die Tourismusbranche bildet hier keine Ausnahme in der österreichischen Wirtschaft, aber gerade in diesem Sektor wirkt sich der Engpass besonders negativ aus.“

Abwartendes Investitionsklima

Ein Zeichen für die Stagnation und die pessimistische Grundstimmung in der Branche ist auch das abwartende Investitionsklima. 68 % der befragten Unternehmer wollen nicht mehr für Investitionen ausgeben als in den letzten Jahren. „Wir beobachten derzeit eine Stagnation bei den Investitionsausgaben der Tourismusunternehmen“, erklärt Andreas Kapferer. „Es werden zwar die unbedingt notwendigen Investitionen laufend getätigt, aber Großinvestitionen werden aufgeschoben und die Unternehmer gehen zunehmend auf Nummer Sicher. Es liegt auf der Hand, dass so kein Wachstum möglich ist.“

Planung und Controlling gewinnen an Bedeutung

Gerade in einem zunehmend herausfordernden Umfeld gewinnen betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente immer mehr an Bedeutung. Die Planung/Budgetierung hat für 62 % der befragten Unternehmen eine hohe Bedeutung, nur 4 % messen diesem Punkt eine geringe Bedeutung zu. „Unsere Befragung zeigt eine hohe Relevanz von Planung, Budgetierung und Controlling für Tourismusbetriebe. Es gibt hier aber klar noch Potential nach oben“, betont Kapferer. Mögliche Handlungsspielräume für die Unternehmen würden mit einem verstärkten Einsatz dieser Mittel transparenter werden. (red)

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