MÜNCHEN. Die Expo Real, die größte europäische Immobilienmesse, wurde heuer von der Fachwelt mit besonderer Spannung erwartet. Einerseits die bereits seit längerem sehr schwierige weltpolitische Lage, der im Februar eskalierte Konflikt im Nahen Osten, die zunehmenden Handels- und Zollkonflikte zwischen den USA. Andererseits gibt es in Europa immer klarere Anzeichen einer Konjunkturerholung, selbst im krisengeschüttelten Deutschland. In dieser komplexen Gemengelage ist es auch für Experten schwer einschätzbar, ob aktuell die Bullen oder die Bären das Sagen haben.
Das Stimmungsbild unter den zehntausenden Fachbesuchern zeige nun, dass es kurzfristig wohl eher die Bären sind, auch wenn die mittelfristigen Perspektiven eher positiv sind. „Heuer ist die Stimmung auf der Messe eindeutig geprägt durch die begonnene Straffung der Zinspolitik der EZB und vor allem den über den Sommer mit ca. 60 Basispunkten massiven Anstieg des langfristigen Zinsniveaus. Diese Entwicklung schwingt in den Gesprächen mit Investoren und Entwicklern mit“, sagt Michael Ehlmaier, Geschäftsführender Gesellschafter der EHL Immobilien Gruppe, und führt aus: „Mittlerweile ist es Konsens, dass die Rahmenbedingungen noch einige Zeit herausfordernd bleiben werden. Die positiven Signale wie insbesondere die nach oben revidierten Konjunkturprognosen in den großen europäischen Volkswirtschaften finden derzeit wenig Beachtung. Persönlich halte ich das für einen Fehler, der dazu führt, dass die Märkte derzeit unter ihrem Wert geschlagen werden. Hier baut sich ein Aufholpotenzial auf, das langfristig agierenden Investoren gute Chancen bietet.“
Was Anleger wollen
Großes Augenmerk von Investoren und Entwicklern bekommt bei der Expo Real der rasant wachsende Markt für Rechenzentren, beobachtet Franz Pöltl, Geschäftsführender Gesellschafter der EHL Investment Consulting. Sonst sei die Situation für heimische Immobilien je nach Teilmarkt sehr unterschiedlich. Der Bürobereich sei verhalten, im Segment Einzelhandel werde auf Fachmarktzentren und High-Street-Objekte in Bestlagen gesetzt. Am größten sei das Interesse an Wohnimmos, vor allem seitens deutscher Investoren. (hk)
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