Ewiges Hin und Her
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Für das laufende Jahr 2026 sieht die OeNB die Immo-Preise im Aufwind und einen wiederkehrenden Kreditboom.
FINANCENET REAL:ESTATE Redaktion 09.10.2026

Ewiges Hin und Her

Oesterreichische Nationalbank blickt auf den heimischen Immobilienmarkt zurück und erkennt viel Bewegung.

WIEN. Der österreichische Immobilienmarkt hat seit 2000 drei deutlich unterschiedliche Phasen durchlaufen. Das zeigt der erste jährliche Immobilienmarktbericht der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) – künftig will die OeNB einen solchen jährlich veröffentlichen. Im Fokus stehen Wohn- und Gewerbeimmos, Finanzierung, Zinsen und Risiken. Bis 2009 bezeichnet die OeNB die Entwicklung als ausgewogen. Preise für Wohnimmobilien und Einkommen bewegten sich ähnlich. Ein wesentliches Risiko waren damals Fremdwährungskredite, die vor der Finanzkrise fast ein Drittel der Wohnkredite ausmachten. Ab 2010 folgte mit der Niedrigzinsphase ein langanhaltender Boom. Bautätigkeit und Immobilienpreise stiegen deutlich. Die Preise für Wohnimmobilien legten laut OeNB um rund 120% zu, die Einkommen dagegen nur um 38% . Die wachsende Lücke ging mit einer höheren Verschuldung der privaten Haushalte einher. Mit der Zinswende ab Mitte 2022 endete der Boom. Steigende Finanzierungskosten ließen die Kreditnachfrage sinken, auch die Immobilienpreise gaben nach. Gleichzeitig wurden die Kreditvergabestandards für private Immobilienfinanzierungen verschärft. Aus Sicht der OeNB haben höhere Eigenmittel und strengere Standards die systemischen Risiken für Banken reduziert. Zuletzt erholte sich die Neukreditvergabe wieder. Die Risiken haben sich auch bei der Zinsbindung verändert. Der Anteil variabel verzinster Kredite, der vor der Finanzkrise zeitweise bei bis zu 80% lag, ist deutlich zurückgegangen. Fixverzinste Darlehen spielen heute eine größere Rolle. Weniger entspannt ist die Lage bei Gewerbeimmobilien. Nach dem Boom bis 2022 stiegen die Finanzierungskosten, während die Preise sanken. Die Zahl der Kreditausfälle nahm zu; laut OeNB um rund 14%.

Wohnen bleibt kostspielig
Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Preise für Wohnimmobilien laut Statistik Austria um 3,9% über dem Vorjahreszeitraum und damit auf einem Rekordniveau. Im Vorjahr kostete der Quadratmeter einer Eigentumswohnung im Schnitt 4.162 €, ein Haus 2.836 €. Seit 2015 verteuerten sich die Quadratmeterpreise damit um rund 50 beziehungsweise 70%. Zugleich bleibt leistbares Bauen angesichts hoher Grundstücks- und Baukosten sowie rückläufiger Bautätigkeit eine Herausforderung. (hk)

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