Im Immo-Gespräch
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Johann Breiten­eder, Robert Grüneis, Wiens Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch, Ralph Vallon, Sne Veselinovic, Stefan Gubi, Gernot Wagner und Michael Pisecky (v.l.).
FINANCENET REAL:ESTATE Redaktion 25.09.2026

Im Immo-Gespräch

vie-real zu Gast bei Wien 3420 Aspern Development in der Seestadt – mit hochkarätig besetztem Diskussionspanel.

WIEN. Wie kann Wien künftig leistbaren Wohnraum schaffen, klimafit werden und zugleich wirtschaftlich attraktiv bleiben? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion zum Thema „Bauen und Wohnen in Wien – Herausforderungen und Chancen“ im Rahmen der vie-real, einer Vienna Eco Plattform, die Vienna Eco Initiator Ralph Vallon moderierte. Auf dem Podium saßen Johann Breiteneder (Breiteneder Immobilien und Parking), Robert Grüneis (Wien 3420 Aspern Development), Stefan Gubi (green­one­tec), Michael Pisecky (WKW), Architektin Sne Veselinovic und Gernot Wagner (Porr Bau).

Grüneis verwies auf die Entwicklung der Seestadt Aspern, die inzwischen neben Wohnungen auch Arbeitsplätze, Schulen, Kindergärten, Handel, Gastronomie, Hotellerie, Freizeitangebote und Grünräume umfasst. Die öffentliche Anbindung sei ein weiterer wichtiger Faktor. International stoße das Projekt auf Interesse, insbesondere das Zusammenspiel mit dem Wiener sozialen Wohnbau. Entscheidend sei, neue Stadtteile leistbar, klimafit und wirtschaftlich erfolgreich zu entwickeln, ohne die Lebensqualität aus dem Blick zu verlieren.

Immobilien und Wirtschaft
Breiteneder rückte die gemeinsame Energienutzung in den Mittelpunkt. Bürgerenergiegemeinschaften ermöglichen es, Strom über Netzgrenzen hinweg gemeinsam zu nutzen. Gemeinsam mit der VIG, der Donauversicherung und der Therme Wien habe die BIP mit Unterstützung von Wien Energie ein entsprechendes Projekt gestartet. Zugleich verwies er auf Wohnbauprojekte, bei denen Baulücken genutzt und neuer Wohnraum innerhalb bestehender Infrastruktur geschaffen werden soll. Auch begrünte Oberflächen bei Garagen- und Wohnbauprojekten könnten zur Aufwertung des urbanen Raums beitragen.
Für Pisecky liegt ein großes Potenzial in der Sanierung des Gebäudebestands, insbesondere bei Wohnungen und Altbauten bis in die 1990er-Jahre. Thermische Sanierungen könnten die Emissionen deutlich senken. Das gelte auch für Gründerzeithäuser, bei denen die historische Fassadengestaltung besondere Anforderungen stelle. Dafür brauche es einen Maß­nahmenpakt mit passenden Förderungen und steuerlichen Anreizen.

Architektur und Technik
Veselinovic kritisierte dagegen lange Widmungsverfahren im Städtebau und eine ausgeprägte Einspruchskultur. Gleichzeitig sieht sie Wien bei der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen gut positioniert. Wohnfonds und Seestadt Aspern sammelten gemeinsam mit Bauträgern Erfahrungen, die auch anderen Projekten zugutekommen könnten.

Gubi sieht die Gebäude selbst als Teil der künftigen Energieversorgung. Gebäude müssten nicht nur weniger Energie verbrauchen, sondern auch selbst Energie erzeugen. Neben Photovoltaik und Solarthermie könnten kombinierte Systeme wie PV-T, Wärmepumpen, Speicher und intelligentes Energiemanagement zum Einsatz kommen. Gefragt seien bedarfsgerechte Gesamtlösungen und technologieoffene Förderungen. Gleichzeitig plädierte Gubi für eine stärkere Berücksichtigung österreichischer und europäischer Wertschöpfung.
Bauweisen

Wagner brachte mit Porr Living ein Konzept für kostengünstigen Wohnbau in Elementbauweise ein. Mehrgeschoßige Wohngebäude könnten für weniger als 2.000 €/m² errichtet werden, ein Kellergeschoß nicht eingerechnet. Vorfertigung und die Kombination verschiedener Materialien sollen den Bau beschleunigen und Kosten senken. Der Spielraum sei allerdings eng: Angesichts des hohen Kostendrucks müsse auch berücksichtigt werden, dass sich niedrige Kosten, hohe Qualität und Energieeffizienz nicht beliebig miteinander verbinden lassen. (hk)

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