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Immobilien-Zukunft © Winegg

Das Wohnsegment kommt der Corona-Situation entgegen und dürfte für Investoren noch interessanter werden.

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Das Wohnsegment kommt der Corona-Situation entgegen und dürfte für Investoren noch interessanter werden.

Redaktion 20.08.2020

Immobilien-Zukunft

Vier Fakten, wie das Post-Covid-19-Umfeld rund um ­Wohnen, Workspace & Co. wahrscheinlich aussehen wird.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Gemeinsam mit der EBS Wirtschaft und Recht hat der globale Immobiliendienstleister Savills vier Hypothesen erstellt, wie die Post-Covid-19-Immobilienwelt aussehen könnte:

1. Unverzichtbare Asset-Klasse
Fehlende Anlagealternativen, gestiegene Risikoprämien für Staatsanleihen, eine verlängerte Nullzinspolitik und ein langfristiges Inflationsrisiko – sobald die kurzfristigen Verwerfungen der Krise überwunden sind, dürfte der Immobilienmarkt über alle Nutzungsklassen hinweg Aufwind erfahren.

2. Wohnen im Mittelpunkt
In Krisenzeiten ist das Begrenzen von Risiken bei vielen Investoren oberstes Gebot.

Gleichzeitig ist der Anlagedruck bei vielen Investoren nicht kleiner geworden, und Renditen für risikoarme Kapitalanlagen, wie etwa Staatsanleihen, befinden sich auf einem Rekordtief. Die Pandemie und ihre Begleiterscheinungen wie gewachsene Homeoffice-Strukturen werden den Status der Wohnung als existenzielles, nicht substituierbares Gut sogar noch stärken und dadurch zu einem höheren Wohnflächenbedarf führen.

3. Workspaces: voll im Trend
Der Wunsch, weiterhin räumlich flexibler zu arbeiten, dürfte nicht nur den Trend zum Homeoffice, sondern auch zu Flexible Workspaces begünstigen. Diese könnten als Instrument für das Gewinnen und Halten von Mitarbeitern genutzt werden, da ein Hybrid-Modell, das Arbeiten sowohl im Büro als auch in Flexible Workspaces in Wohnnähe erlaubt, noch attraktiver wird.

Das Angebot an Flexible Workspaces könnte einer solchen Nachfrage zügig folgen, da sich diese durch geringe Markteintrittsbarrieren auszeichnen.

Seit Beginn der Pandemie haben dies auch andere Akteure erkannt: Hotels bieten leere Zimmer als Arbeitsplatz an, obsolete Einzelhandels- und Gastronomieflächen stellen weiteres Potenzial für eine Nachnutzung als Flexible Workspace dar.

4. Die Peripherie wird gestärkt
Wird auch nach der Pandemie vielerorts an mobilen Arbeitskonzepten festgehalten, haben betroffene Mitarbeiter eine größere Entscheidungsfreiheit bei der häuslichen Standortwahl.

Gleichzeitig steigen die Relevanz einer eigenen Büro- und Arbeitsfläche und der Bedarf nach zusätzlichem Wohnraum, sodass Randbezirke und periphere Stadtlagen aufgrund ihrer günstigeren Bodenpreise an Attraktivität gewinnen.
Auch kleinere Städte könnten demnach eine Aufwertung erleben, wenn es zu sinkenden Distanzkosten bei der Wohnortwahl kommt. Zudem nimmt die Sensibilität für Sicherheit und Freiraum zu und es kommt zu dezentraler Stadtentwicklung.

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