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Steirischer Landtag sorgt sich um Almo-Bauern Franz Schrinhofer
Franz Schrinhofer

Redaktion 15.12.2015

Steirischer Landtag sorgt sich um Almo-Bauern

ÖVP-Agrarlandesrat Seitinger: Nach der Schirnhofer-Pleite wurde der Schlachtstopp mittlerweile wieder aufgehoben

GRAZ. Im steirischen Landtag sorgte man sich bei der FPÖ am Dienstag um die im Zuge der Zielpunkt- und Schirnhofer-Pleite gefährdeten Almo-Bauern. Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP) sagte, das Land sei von der ersten Stunde an tätig gewesen, und mittlerweile sei ja auch der Schlachtstopp für Almochsen aufgehoben. Aber in einem Konkursfall „sind einem da und dort die Hände gebunden“, so Seitinger.

Seitinger bezeichnete die oststeirische Schirnhofer-Insolvenz im Gefolge von Zielpunkt als „einen schweren Schlag nicht nur für die Region. „Es geht darum, einen wesentlichen Teil der Arbeitnehmer zu retten." In Verkettung mit den Betrieben in der Region seien gesamt bis zu 500 Jobs betroffen, nicht nur die rund 270 Mitarbeiter von Schirnhofer. Was die Bauern betreffe, so gehe es hier um Vertrauen und Weiterführung. „Es ist eine große Gefahr, dass durch einen Lieferstopp ein Aus des Unternehmens produziert wird", so der Landesrat. Es habe Notstandsmaßnahmen über den Almo-Verein gegeben, Stundungen, ein Unterstützen der Vermarktungsgemeinschaft, Gesprächsführung mit anderen Marktpartnern, der Gastronomie. Zuvor hatte man sich fast einhellig bei einer Aktuellen Stunde der Grünen zu „unhaltbaren Zuständen in steirischen Schlachthöfen" dafür ausgesprochen, dass Tierleid ein No go (ÖVP-Agrarlandesrat Hans Seitinger) und nicht der steirische Weg sei (SPÖ-Tierschutzlandesrat Jörg Leichtfried). Seitinger beschwor die hohen Standards bei den bäuerlichen Betrieben, räumte jedoch auch ein, „aber dann kommt's, wenn das Tier vom Bauern wegkommt". Man sollte auch Schlachtungen im kleinbäuerlichen Rahmen wieder zulassen. Es gebe ja eine Kette vom Bauern über den Handel bis zum Konsumenten. Die Grüne Sandra Krautwaschl, die namens ihrer Partei ein Ende der Massenproduktion und einen Paradigmenwechsel gefordert hatte: „Natürlich gibt es Kontrollen, aber es ist dennoch zu den durch Video dokumentierten Auswüchsen gekommen. Es gibt strukturelle Gewalt im System der Tierhaltung und Schlachtung, da müssen wir ansetzen." (APA)

 

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