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Studie: Der Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln © Kearney
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Redaktion 18.11.2021

Studie: Der Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln

Lebensmittelverschwendung in Österreich: Laut einer Studie der globalen Unternehmensberatung Kearney kennt nur jeder Zehnte Dienste, die intelligentes Einkaufen ermöglichen.

WIEN / DÜSSELDORF. Jedes Jahr landen in Österreich bis zu 790.790 t an vermeidbaren Essensabfällen auf dem Müll. Laut Rechnungshof tragen die Haushalte mit 206.990 t am meisten zu dieser Verschwendung bei. Geschäftsmodelle, die gegen diese Verschwendung ankämpfen, finden aber noch wenig Beachtung, konstatiert Adrian Kirste, Partner der globalen Unternehmensberatung Kearney und Experte für Handel und Konsumgüter. Damit ist Österreich weit davon entfernt, das UN-Ziel für nachhaltige Entwicklung, also eine Reduktion der Lebensmittelmittelverschwendung um die Hälfte, zu erreichen.

In der neuen Studie „Lebensmittelverschwendung reduzieren: Neue Geschäftsmodelle und ihre Grenzen“ hat Kearney die Aktivitäten des öffentlichen und privaten Sektors gegen Lebensmittelverschwendung untersucht und 1.000 Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Dabei wurde analysiert wie 70% der Verschwendung vermieden werden können.
Nur jeder Zehnte kennt Dienste, die intelligentes Einkaufen ermöglichen.

Die Studie zeigt, dass die überwiegende Mehrheit des Lebensmittelabfalls aus privaten Haushalten (52%) stammt, gefolgt von der Lebensmittelverarbeitung (18%), der Außer-Haus-Verpflegung (14%), der Primärproduktion (zwölf Prozent) und dem Handel mit vier Prozent. Wie viel dieser Verschwendung auf welchem Weg vermieden werden kann, ist Gegenstand der Kearney-Untersuchung. Verschiedene Geschäftsmodelle mit divergierenden Bekanntheits- und Nutzungsgraden gehen die Verschwendung in privaten Haushalten. Jeder Dritte der Befragten kennt Dienste zur Mahlzeitenplanung, Sharing-Plattformen und Zero-Waste-Stores. Doch nur jeder Dritte unter ihnen nutzt sie auch. Pantry-Tracking-Dienste, die einen intelligenten Einkauf ermöglichen sollen, sind im Gegensatz dazu kaum bekannt (zehn Prozent der Befragten). Diese Dienste werden allerdings von denen, die sie kennen, häufig genutzt.

Bei der Frage nach der Effektivität schneiden die Modelle unterschiedlich ab: Sharing-Plattformen und Food2Food-Transformationsunternehmen gelten als besonders effektiv. Dagegen wird die Effektivität von „Ugly‑Food“-Geschäften und Zero Waste Stores als mittelmäßig eingeschätzt. Die befragten Konsumentinnen und Konsumenten sehen bei Pantry-Tracking-Diensten und Diensten zur Mahlzeitenplanung die geringste Wirksamkeit in der Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung.

Potenzial geben die Autoren von Kearney neben den Geschäftsmodellen, die auf Endkundinnen und -kunden zielen, auch den Geschäftsmodellen im B2B-Bereich, wie zum Beispiel Bioenergie- und Tierfutterunternehmen, da den relativ hohen Preisen der Endprodukte geringe Rohstoffkosten für die Produktion gegenüberstehen.

Die Befragten waren sich darin einig, keine Mehrkosten für Angebote zu akzeptieren, die die Lebensmittelverschwendung reduzieren. Die Autoren der Studie weisen daher auf die unverzichtbare Rolle des Staats hin und nennen Instrumente wie finanzielle Anreize, neue Qualitätsstandards, Bewusstseinsbildung, oder gezielte Verbote. (red)

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