retail.conversations: Danone setzt in Österreich auf Gesundheit und Innovation

Nach schwierigen Jahren hat die Danone Österreich GmbH wieder auf einen stabilen Wachstumskurs zurück gefunden. Im Studiogespräch des medianet-TV-Formats „retail.conversations“ sprach Geschäftsführerin Isabel Petit mit medianet-Herausgeber Chris Radda über Marktchancen, Forschung und nachhaltige Unternehmensführung.

Die gebürtige Franko-Kanadierin ist seit 19 Jahren für Danone SA – einem rund 28 Milliarden Euro, weltweit mit 90.000 Mitarbeitenden, in 125 Märkten operierenden Nahrungsmittelkonzern, gelistet an der Pariser Euronetxt-Börse – tätig und verantwortet Österreich, die Schweiz und Slowenien. Zudem gehört sie dem DACH-Board an. Stationen in Kanada, den USA, Asien und Europa führten Petit schließlich nach Wien. Österreich will sie nicht als kleinen, sondern als anspruchsvollen Markt verstanden wissen: „Die Konsumenten verlangen hier mehr Qualität als anderswo.“ Zugleich profitiere die heimische Gesellschaft von der Forschungsleistung des internationalen Konzerns.

Danone begleitet Konsumenten mit seinem Portfolio nach Petits Darstellung über die gesamte Lebensspanne – von Säuglingsnahrung über Milch- und pflanzliche Produkte bis zur medizinischen Ernährung. Zu den Wassermarken gehören evian und Volvic. Weniger bekannt sei der Bereich Medical Nutrition: Spezialnahrung könne etwa nach Operationen oder Krebstherapien die Genesung unterstützen. „Ernährung sollte stärker als Teil des Behandlungsplans verstanden werden“, sagte Petit.

Als Wachstumstreiber sieht die Managerin Gesundheitsnutzen, pflanzliche Alternativen und proteinreiche Produkte. Danone bedient diesen Trend mit der Milchproteinmarke YoPRO sowie pflanzlichen Alpro-Produkten. Auch Immunität und Darmgesundheit blieben wichtige Innovationsfelder. Für Actimel stellte Petit für 2027 eine weiterentwickelte Rezeptur in Aussicht.
Das Unternehmen investiert laut Petit jährlich mehrere hundert Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Weltweit arbeiteten mehr als 2.000 Beschäftigte im Forschungs- und Innovationsnetzwerk. Ein Schwerpunkt ist das Mikrobiom. „Wenn Wissenschaft und Technologie einen direkten Nutzen für Konsumenten schaffen, können wir wirklich einen Unterschied machen“, so Isabel Petit.

Dem österreichischen Lebensmittelhandel attestiert die Geschäftsführerin hohe Professionalität und eine im internationalenen Vergleich ausgeprägte soziale Verantwortung. Regionalität, Bio-Produkte und Nachhaltigkeit hätten einen besonders hohen Stellenwert. Danone selbst ist seit 2025 weltweit B-Corp-zertifiziert. Die Zertifizierung bewertet soziale und ökologische Leistungen, Transparenz und Unternehmensführung. Petit bezeichnete den Prozess als „den harten richtigen Weg statt des einfachen falschen“: Er koste Geld, Zeit und Ressourcen, entspreche aber der langfristigen Ausrichtung des Konzerns.

In Österreich wächst Danone nach Angaben der Geschäftsführerin seit drei Jahren nachhaltig im mittleren einstelligen Prozentbereich. Nahezu alle Kategorien hätten sich positiv entwickelt. Herausragend sei derzeit Alpro: Die pflanzlichen Produkte legten im laufenden Jahr laut Petit um mehr als 20 Prozent zu. Das Erfolgsrezept fasste sie in drei Begriffen zusammen: „Geschmack, Wissenschaft und Nachhaltigkeit – keiner davon ist wichtiger als der andere.“

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