mediadome pressclub: Radio 88.6 setzt Wachstumskurs fort

Zum 17. Mal in Folge verzeichnet Radio 88.6 steigende Reichweiten im aktuellen Radiotest. Im „mediadome pressclub“ sprachen Geschäftsführer Ralph Meier-Tanos und RadioCom-Chef Günther Zögernitz über neue Sendegebiete, die Stärke ihrer Community und die veränderten Kräfteverhältnisse am österreichischen Radiomarkt.

Für Radio 88.6 brachte der aktuelle Radiotest erneut deutliche Zuwächse. „Zum 17. Mal hintereinander konnten wir unsere Reichweiten erhöhen“, erklärte Ralph Meier-Tanos, Geschäftsführer der Radio Eins Privatradio GmbH, im Gespräch mit medianet-Herausgeber Chris Radda. Das Ergebnis sei vor allem eine Bestätigung des langfristig eingeschlagenen Weges.
Eine wesentliche Grundlage des Wachstums bildet der Ausbau der technischen Reichweite. Seit 2019 ist Radio 88.6 über DAB+ zu empfangen, 2024 erhielt der Sender die bundesweite UKW-Zulassung. Vor allem die neuen Sendegebiete in Oberösterreich, der Steiermark und Salzburg hätten zusätzliche Hörer gebracht. Zugleich legte die Radiomarke auch in ihren etablierten Kernregionen Wien, Niederösterreich und Burgenland zu.
„Die technische Reichweite ist die Basis. Ihr folgt der Hörermarkt – und dem Hörermarkt folgt der Werbemarkt“, sagte Meier-Tanos. Neben UKW würden auch DAB+ und Streaming weiter an Bedeutung gewinnen. Zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten sieht der Geschäftsführer vor allem in jenen Regionen, in denen die UKW-Verbreitung noch vergleichsweise jung ist.

Für Vermarktungschef Günther Zögernitz ist insbesondere die Entwicklung der durchschnittlichen Hörer-Viertelstunde entscheidend. In der Kernzeit von 6 bis 18 Uhr erreicht Radio 88.6 laut den präsentierten Daten mittlerweile mehr als 150.000 Personen pro Durchschnitts-Viertelstunde. Vor zehn Jahren waren es noch rund 30.000. „150.000 Personen hören einen Werbespot, wenn wir ihn in dieser Zeit ausspielen. Das gibt uns für die Gespräche mit Kunden und Agenturen natürlich Rückenwind“, so der Geschäftsführer der RadioCom Vertriebs- und Beteiligungs GmbH.

Als Erfolgsfaktor nennen beide Manager die Positionierung als „Community Brand Radio“. Die Hörer würden bei redaktionellen Themen aktiv eingebunden, Veranstaltungen wie das Donauinselfest stärkten zusätzlich die Bindung zur Marke. „Wir wissen, was unsere Community möchte, und fragen sie nach ihrer Meinung“, sagte Zögernitz. Dieses Wissen ermögliche auch Werbekonzepte, die zur Marke und zu den Hörern passten.

Parallel dazu habe sich der österreichische Radiomarkt grundlegend verändert. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kommen die Privatradios nach Angaben der Gesprächspartner inzwischen auf rund zwei Drittel Marktanteil. Radio 88.6 und Kronehit erreichen zusammen etwa 26% und liegen damit annähernd auf dem Niveau von Ö3.
Auch die Vermarktung soll einfacher und flexibler werden. Zögernitz erwartet, dass digitale und programmatische Buchungssysteme künftig selbst kleineren Unternehmen einen unkomplizierten Zugang zu regionalen Radiokampagnen ermöglichen. Nach einem verhaltenen Frühjahr registriere RadioCom wieder mehr Anfragen und Projektideen.

Meier-Tanos sieht darin auch ein Signal für klassische Medien insgesamt: „Es wird klassisches Radio neben allen Streamingdiensten gehört – beides findet nebeneinander statt.“ Gerade angesichts der hohen Werbeabflüsse zu internationalen Digitalkonzernen hätten heimische Medien weiterhin eine starke wirtschaftliche und gesellschaftliche Berechtigung.

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