mediadome pressclub: Neue Zeiten und Angebote bei RTL AdAlliance
Mit personellen Veränderungen und einer klaren strategischen Neuausrichtung schlägt die Wiener RTL AdAlliance GmbH ein neues Kapitel auf. Im mediadome pressclub sprach Herausgeber Chris Radda mit der seit 1. Jänner 2026 amtierenden Managing Director Elisabeth Frank sowie Ricarda Lederle, die als Multichannel Sales Director National & International die neu strukturierte Vertriebsorganisation mitverantwortet. Unterstützt wird Frank in Wien von Claudia Ostermann-Schabata als Deputy Managing Director; der langjährige Geschäftsführer Walter Zinggl steht vor seinem Weg in den Ruhestand dem Unternehmen weiterhin bis Ende 2026 als Management Advisor zur Seite.
Im Zentrum des Gesprächs stand die Neupositionierung der RTL AdAlliance als Total-Video-Vermarkter. Frank betonte, dass das Unternehmen seine traditionellen Stärken bewahren wolle: partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kunden, hohe Beratungsqualität und ein kooperatives Marktverständnis. Zugleich solle die neue Struktur helfen, das Angebot deutlich breiter und digitaler aufzustellen. Die RTL AdAlliance will damit nicht mehr nur als klassischer TV-Vermarkter wahrgenommen werden, sondern als Anbieter konvergenter Bewegtbildlösungen über lineare und digitale Kanäle hinweg.
Für den österreichischen Werbemarkt bedeutet das vor allem: nationale und internationale Kampagnen sollen sich künftig einfacher aus einer Hand planen und buchen lassen. Ricarda Lederle verwies im Gespräch auf die stärkere Einbindung der Wiener Organisation in die europäische RTL-AdAlliance-Struktur. Dadurch könnten österreichische Kunden nicht nur heimische Reichweiten buchen, sondern bei Bedarf auch Märkte wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder Spanien in ihre Mediaplanung integrieren. Gerade für international tätige Werbekunden sei das ein wesentlicher Vorteil.
Ein Schlüsselbegriff dieser neuen Ausrichtung ist „Total Video“. Gemeint ist die gebündelte Vermarktung von linearem Fernsehen, Streaming, Addressable TV und weiteren digitalen Videoangeboten. Die klassische Sender- oder Zeitschienenlogik werde zunehmend von einer zielgruppenorientierten Planung ergänzt, erläuterten die Gesprächspartnerinnen. Mit sogenannten Smart Audiences, datenbasierten Segmenten und HbbTV- beziehungsweise Addressable-TV-Lösungen sollen Kampagnen präziser, regionaler und kanalübergreifend aussteuerbar werden, so wie die Werbewirtschaft dies von Onlinebuchungen gewohnt ist.
Hintergrund dieser Entwicklung ist die veränderte Mediennutzung. Streaming und nonlineare Angebote gewinnen weiter an Bedeutung, während lineares Fernsehen leicht erodiert. Genau darin sieht RTL AdAlliance eine Wachstumschance: Das lineare TV bleibt reichweitenstark, wird aber durch digitale Ausspielwege, neue Targeting-Möglichkeiten und zusätzliche Inventare ergänzt. So soll aus der Verbindung von Big Screen, Mobile, Tablet und Desktop ein konvergentes Werbeangebot entstehen, das mit internationalen Plattformen konkurrieren kann.
Besondere Bedeutung kommt dabei auch RTL+ zu. Die Streaming-Plattform gilt innerhalb der Gruppe als zentrale Zukunftssäule und soll zu einer führenden europäischen Entertainment-Plattform ausgebaut werden. Im Gespräch wurde dies als Teil einer größeren europäischen Antwort auf die Dominanz amerikanischer Streaming- und Werbeplattformen eingeordnet. Nach Angaben von RTL AdAlliance zählte RTL+ in Österreich im Jänner rund 900.000 Active Users; zugleich positioniert sich das Unternehmen ausdrücklich als digitaler Wachstumstreiber im Bewegtbildmarkt.
Neben den RTL-eigenen Angeboten verwies das Management auch auf die Breite des Portfolios am österreichischen Markt. Regionale und nationale Partner, Addressable-TV-Lösungen sowie zusätzliche digitale Werbemöglichkeiten sollen dazu beitragen, Werbungtreibenden ein möglichst umfassendes und gleichzeitig einfach buchbares Angebot zu machen. Gerade diese Kombination aus Reichweite, Zielgruppengenauigkeit und europäischer Skalierbarkeit soll das Profil des Wiener Standorts künftig schärfen.
Für 2026 zeigt sich das neue Führungsteam vorsichtig optimistisch. Zwar bleibe das Marktumfeld anspruchsvoll, doch die neue Aufstellung eröffne zusätzliche Potenziale — sowohl durch neue AdTech-Möglichkeiten als auch durch die engere Verzahnung mit den internationalen Business Units. Frank und Lederle machten im Gespräch deutlich, dass RTL AdAlliance in Wien ihre Rolle im digitalen Werbemarkt offensiver spielen will: als Vermarkterin eines breiten, plattformübergreifenden Bewegtbildangebots mit österreichischer Marktkenntnis und europäischer Perspektive.
Mit dem Führungswechsel nach dem Rückzug von Walter Zinggl in den Ruhestand beginnt damit für RTL AdAlliance in Wien eine neue Ära. Die Richtung ist klar: mehr Integration, mehr digitale Vermarktung und ein deutliches Bekenntnis zu Total Video als strategischem Zukunftsmodell.