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Bosch Österreich trotzt Lieferkettenproblemen © Bosch

Bosch-Fertigungswerk in Hallein.

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Bosch-Fertigungswerk in Hallein.

Jürgen Zacharias 24.06.2022

Bosch Österreich trotzt Lieferkettenproblemen

Obwohl wichtige Bauteile Mangelware sind, darf sich Autozulieferer und Gerätehersteller Bosch in Österreich über höhere Erlöse als vor Beginn der Coronapandemie freuen.

WIEN. Bosch Österreich hat im Jahr 2021 ein starkes Wachstum hingelegt und beim Umsatz mit 1,4 Mrd. € das Niveau vor der Coronapandemie übertroffen. 150 Mio. € flossen in Forschung und Entwicklung, 18 Mio. € wurden außerdem investiert. Innerhalb des Konzerns würden viele zukunftsträchtige Projekte, etwa zur Elektrifizierung und zur Wasserstoffwirtschaft, nach Österreich vergeben. Das zeige die Wertschätzung für Bosch Österreich, sagt Österreich-Chef Helmut Weinwurm.

Auch heuer habe sich das Geschäft in den ersten vier Monaten laut Weinwurm gut angelassen, die Forschungsausgaben sollen in der gleichen Größenordnung weitergehen. Bosch hatte Ende 2021 weniger Mitarbeiter als vor der Krise, aber nur weil frei werdende Stellen nicht rasch genug nachbesetzt werden konnten, sagte Weinwurm. Inzwischen habe Bosch schon wieder aufgestockt, und es würden weitere 250 Softwarespezialisten in Wien und 35 neue Mitarbeiter in Linz gesucht. Der Großteil werde in Österreich gefunden, Bosch suche aber auch international nach Verstärkung.

Dabei kommt Bosch, wie praktisch alle Anbieter, in einigen Bereichen mit der Nachfrage nicht nach, etwa bei Wärmepumpen. „Wir schaffen es nicht, die enorme Nachfrage zu bedienen“, räumt Weinwurm ein. Lieferprobleme gebe es aber auch in anderen Bereichen, etwa bei Haushaltsgeräten. Meist hänge das an den Computerchips, aber auch andere Teile wie Lüfter, Pumpen oder Halbleiter fehlten immer wieder. Auch die Inflation stellt ein Risiko für das Geschäft dar. „Wenn es so weitergeht, werden wir das in der Nachfrage spüren“, warnt Weinwurm davor, dass Menschen womöglich bald zu wenig Geld für die Anschaffung neuer Geräte haben könnten.

Weinwurm verweist darauf, dass Bosch in Österreich nicht nur für elektrische Antriebe – mit Batterie- wie auch mit Brennstoffzellen – forscht. Es werde, gerade in Österreich, auch in „effiziente Verbrenner“ investiert, „die so gut sind, dass sie das Klima und die Umwelt schützen“. Diese würden wohl mit alternativen Treibstoffen noch eine Weile während des Umbaus der Wirtschaft benötigt. Außerdem sei nur in Europa der Druck so stark, schnell aus dem Verbrennungsmotor auszusteigen, in anderen Weltregionen würden diese noch länger im Einsatz bleiben. Außerdem werde es noch andere Ansätze geben für Verbrennungsmotoren. Die Politik habe keine Alternative als alles daran zu setzen, grünen Strom und Wasserstoff verfügbar zu machen. (jz)

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