Ein Fun-Park, in dem sich alles um Gefrorenes dreht
© Blochberger Eisproduktion
DESTINATION Redaktion 10.09.2026

Ein Fun-Park, in dem sich alles um Gefrorenes dreht

Mit der Eis-Greissler-Erlebniswelt entstand in der Buckligen Welt ein Paradies für große und kleine Genießer.

Ungefähr fünfzig Kühe aus dem Betrieb der Familie Blochberger in Krumbach in der Buckligen Welt versorgten Kindergärten, Schulen und Gastronomen in der Umgebung des Bauernhofs mit Milch. Doch im Sommer, wenn die Kinder in den Ferien sind, ließ der Absatz nach. So entstand im Jahr 2000 die Idee, aus der überschüssigen Milch Eis zu produzieren.

Mehr als 15 Jahre später grast noch immer eine ansehnliche Kuhherde auf dem Anwesen der Blochbergers. Mittlerweile ist aus dem Milchbauernhof der landesweit bekannte Eis-Greissler mit neun Filialen, von Wien bis Osttirol, geworden und aus dem ursprünglichen Kinderspielplatz bei der Eis-Manufaktur wurde eine großzügige Eis-Erlebniswelt. Die Fahrgeschäfte, diverse Wasserflächen und eine eigene Event-Halle, die „Kuhlisse“, locken jährlich Tausende Besucher aller Altersgruppen an. Natürlich ist das Herzstück und die Hauptattraktion eine Führung durch die Eis-Manufaktur samt großzügiger Verkostung und eine Reise in die Geschichte des Eismachens.

Georg Blochberger hat gemeinsam mit seiner Frau Andrea ein wahres Eis-Imperium geschaffen – im medianet-Interview lässt er hinter die Kulissen des Eis-Greisslers, der Eis-Erlebniswelt und der Geheimnisse seines Erfolgs blicken.

medianet: Sie haben vor inzwischen 25 Jahren mit der Eisproduktion in Krumbach begonnen. Steckte damals schon der Masterplan dahinter, mit dem Eis-Greissler ganz Österreich zu erobern?
Georg Blochberger: Überhaupt nicht. Ich habe vor 25 Jahren die Landwirtschaft übernommen und zuerst Schulen mit Milch und Joghurt beliefert. Irgendwann haben wir uns eine Eismaschine gekauft und alles hat seinen Lauf genommen …

medianet: Kamen der Erfolg und die öffentliche Aufmerksamkeit überraschend?
Blochberger: Absolut überraschend. Als wir das erste Geschäft in Wien aufgesperrt haben, wussten wir nicht, wohin die Reise geht. Mit neun Filialen und dem großen Erlebnispark in Krumbach haben wir überhaupt nicht gerechnet.

medianet: Ist das Erfolgsgeheimnis die Nachhaltigkeit – oder sind es die außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen?
Blochberger: Ich glaube, es ist eine Kombination von beidem. Am Beginn wollten wir einen ansprechenden Laden eröffnen, in dem es 18 verschiedene Sorten gibt und hinter dem ein Produzent steht, der Landwirt mit eigenen Kühen ist.

medianet: Woher kommen die Ideen zu den ausgefallenen Eissorten?
Blochberger: Das ist wie mit dem Kochen, man probiert immer wieder etwas Neues und es gibt kaum Einschränkungen.

medianet: Was ist die erfolgreichste Eissorte und welche entpuppte sich als größter Flop?
Blochberger: Einer der größten Erfolge ist sicherlich unser Holunderblütensorbet, das wir immer im Frühsommer im Sortiment haben. Die Menschen fragen schon im Frühjahr nach, wann es das wieder geben wird. Beliebt sind auch die Sorten Ziegenkäse und Kürbiskernöl. Sie gibt es aber nur, solange der Vorrat reicht. Ein Flop war ein Schoko-Chili-Eis, das wir passend zum Vatertag kreiert haben. Am ersten Tag war das sehr gut, wurde über Nacht aber so scharf, dass es nicht essbar war.

medianet: Sie bieten lokale Geschmäcker an den einzelnen Standorten an, wie in Wien ein Sachertorten-Eis oder in Linz Linzertorten-Eis …
Blochberger: Das entwickeln wir jeweils zur Eröffnung eines Standorts und es wird dann für einige Wochen überall angeboten.

medianet: Sie verfügen mittlerweile über ein Repertoire aus mehr als einhundert Sorten.
Blochberger: Ja, und alle zwei Wochen werden drei Sorten ausgetauscht und es kommen neue Sorten in die Shops.

medianet: Wo produzieren Sie das Eis?
Blochberger: Alles wird bei uns in Krumbach produziert und tiefgefroren zu den einzelnen Filialen gebracht.

medianet: Ihnen ist bei allen Unternehmungen Nachhaltigkeit sehr wichtig …
Blochberger: Wir produzieren unseren Hauptrohstoff, die Milch, selbst. Sie wird also nicht transportiert, sondern gelangt über eine unterirdische Leitung vom Kuhstall direkt in die Produktion. Das ist vermutlich einzigartig in Österreich. Wir erzeugen unseren Strom mit einer großen Photovoltaikanlage. Unsere Rohstoffe und Früchte stammen überwiegend aus der Umgebung, der Mohn kommt etwa aus dem Waldviertel.

medianet: Welchen Stellenwert nimmt die Erlebniswelt Krumbach im Unternehmen ein?
Blochberger: Die Erlebniswelt wird immer größer und sie wird an guten Tagen von 2.000 Menschen oder mehr besucht.

medianet: Ist das größte Asset der Erlebniswelt Ihr Eis?
Blochberger: Es ist das gute Eis, aber auch unser Restaurant mit Bedienung. In Freizeitparks ist normalerweise Selbstbedienung üblich. Hinzu kommt die wunderschöne Landschaft der Buckligen Welt, in der jeder Landwirt seinen eigenen Hügel hat. Auch die Erlebniswelt ist auf einem kleinen Hügel mit einer tollen Aussicht über die Region gebaut.

medianet: Es gibt viele Wasserflächen, Wasserrutschen und Wasserspielplätze. Aber Sie haben auch im Winter geöffnet. Was passiert dann damit?
Blochberger: Seit zwei Jahren gibt es einen Lichterrundweg mit Lichtskulpturen, einen großen Eislaufplatz und in unserer Eventhalle, der ‚Kuhlisse‘, ist eine Eislaufshow mit internationalen Künstlern zu sehen.

medianet: Gibt es Erweiterungspläne für die Erlebniswelt?
Blochberger: Vielleicht kommt irgendwann eine Indoor-Halle dazu, ein Fahrgeschäft wie ein Familien-Coaster und eine Eis-Welt mit Eis-Skulpturen.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL