Sonnigere Zeiten
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INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 30.09.2026

Sonnigere Zeiten

Laut UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex September 2026 startet Österreichs Industrie mit Rückenwind in den Herbst.

WIEN. Die Erholung der österreichischen Industrie hat zu Beginn des Herbstes an Breite gewonnen. „Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex stieg im September auf 54,9 Punkte und erreichte damit einen neuen Höchststand seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Frühjahr 2022“, sagt UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt: „Getragen wurde die positive Entwicklung vor allem von einer kräftigen Zunahme der Neuaufträge im In- und Ausland, die zu einer weiteren Ausweitung der Produktion und zum zweiten Beschäftigungsanstieg in Folge führte. Gleichzeitig nahmen die Auftragsbestände deutlich zu, was auf eine hohe Auslastung der Produktionskapazitäten und eine Fortsetzung des Wachstumskurses in den kommenden Monaten hindeutet. Der Aufschwung wird jedoch von Lieferkettenproblemen und dem durch die Ereignisse im Nahen Osten wieder gestiegenen Kostendruck überschattet.“

Neugeschäft nimmt zu
Die österreichische Industrie profitierte im September von einer kräftigen Nachfrage aus dem In- und Ausland. Der Index für die Neuaufträge stieg auf 55,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit fünf Jahren. Auch die Exportaufträge entwickelten sich mit 53,6 Punkten positiv und signalisierten eine anhaltende Belebung des internationalen Geschäfts. Die breite Verbesserung der Auftragslage führte zu einem deutlichen Anstieg der Auftragsbestände, deren Index auf 55,2 Punkte kletterte und damit auf eine höhere Auslastung der Produktionskapazitäten hindeutete. Mit dem starken Auftragseingang im Rücken weiteten die heimischen Industriebetriebe ihre Produktion den fünften Monat in Folge aus. Der Produktionsindex erreichte im September 55,3 Punkte.

„Die österreichische Industrie startet mit einer deutlich verbesserten Auftragslage in das Schlussquartal des Jahres. Ein Teil der starken Nachfrage dürfte allerdings auch auf vorsorgliche Bestellungen zurückzuführen sein. Angesichts verlängerter Lieferzeiten und geopolitischer Unsicherheiten erhöhen viele Unternehmen ihre Bestellungen und Lagerbestände, um ihre Produktion gegen mögliche Versorgungsengpässe abzusichern. Die robuste Auftragsentwicklung spiegelt daher sowohl die konjunkturelle Erholung als auch einen verstärkten Aufbau von Sicherheitsbeständen wider“, erläutert UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Der Lieferzeitenindex lag mit 40,2 Punkten weiterhin deutlich unter der Neutralitätsmarke. Dies weist auf anhaltende Störungen in den Lieferketten hin, die sowohl auf geopolitische Unsicherheiten als auch auf Kapazitätsengpässe infolge der gestiegenen Nachfrage zurückzuführen sind.

Industrie weiter zuversichtlich
Die österreichische Industrie geht mit einer guten Ausgangslage in das Schlussquartal des Jahres. Die Auftragslage verbessert sich, die Produktion wächst, die Beschäftigung steigt und die Unternehmen zeigen sich zunehmend zuversichtlich. Gleichzeitig bleiben hohe Kosten, geopolitische Risiken und Lieferkettenprobleme wichtige Unsicherheitsfaktoren. Die Produktionseinschätzung der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate fiel dennoch sehr positiv aus. Der Index für die Geschäftserwartungen lag im September bei 59,4 Punkten und damit deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt.

„Trotz der bestehenden Risiken bleibt der Optimismus der Unternehmen hoch. Die Industriekonjunktur in Europa und insbesondere in Deutschland zeigt sich zunehmend freundlicher und unterstützt die Nachfrage nach österreichischen Industriegütern. Die Voraussetzungen für eine Fortsetzung des Industrieaufschwungs sind grundsätzlich gegeben. Wir erwarten weiterhin einen Anstieg der realen Industrieproduktion in Österreich um 1,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2026“, so Bruckbauer abschließend.

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