Kasse soll zahlen
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HEALTH ECONOMY Redaktion 21.09.2026

Kasse soll zahlen

Die medikamentöse Therapie gegen Übergewicht funktioniert gut. Ärzte fordern nun, dass es sie auf Kassenkosten gibt.

WIEN. In Österreich sind laut Statistik Austria 51% der Über-15-Jährigen übergewichtig oder adipös. Es ist also mehr als die Hälfte der Menschen betroffen – in absoluten Zahlen ausgedrückt 3,7 Mio. Vor allem Präadipositas mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2 und Adipositas verursachen neben persönlichem Leid auch hohe volkswirtschaftliche Kosten: einer Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) zufolge rund 2,4 Mrd. € pro Jahr.

15 bis 25% Gewichtsverlust
Davon könnte sich Österreich wohl einiges ersparen, denn seit einiger Zeit gibt es in Form der sogenannten Abnehmspritze eine meist gut funktionierende medikamentöse Therapie gegen hohes Übergewicht. Durch die Behandlung sind erfahrungsgemäß Gewichtsverluste von 15 bis 25% des Ausgangsgewichts erreichbar. Gleichzeitig verbessert sich durch die Therapie oft die gesamte Gesundheit. Der Haken ist nur: Vielen Betroffenen bleibt der Zugang zu der Behandlung verwehrt, da sie sich die Spritzen nicht leisten können. Nur in Ausnahmefällen übernehmen die Kassen die Kosten.

Die Österreichische Adipositas Gesellschaft (ÖAG) sowie die Ärztekammern für Wien (WÄK) und Niederösterreich (ÄKNÖ) orten hier nun eine Versorgungslücke und stellen eine gemeinsame Forderung auf. „Die Gesundheitspolitik ist gefordert, die Versorgungslücke zu schließen“, sagt Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der WÄK. „Es sollen nicht nur jene eine Therapie bekommen, die sich diese leisten können“, betont Dagmar Fedra-Machacek, Vizepräsidentin der ÄKNÖ. Für geradezu „absurd“ hält Bernhard Ludvik, Vizepräsident der ÖAG, dass die Kassen die operative Magenverkleinerung bezahlen, die medikamentöse Behandlung aber meistens nicht.

Empfehlungen nachgehen
Generell solle man bei der Therapie den Empfehlungen der ÖAG nachgehen. Diese sehen für Betroffene eine medikamentöse Therapie beim Arzt als Teil einer langfristigen, multidisziplinären Behandlung mit Verlaufskontrollen und Beratungsgesprächen vor, die künftig auch von den Kassen bezahlt werden sollen.

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