HEALTH ECONOMY
Schmerzpatienten schlecht versorgt © panthermedia.net/Wavebreakmedia ltd.

Schmerzpatienten sind in Österreich denkbar schlecht versorgt, sagen Experten.

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Schmerzpatienten sind in Österreich denkbar schlecht versorgt, sagen Experten.

Redaktion 10.09.2015

Schmerzpatienten schlecht versorgt

Rund 1,5 Millionen Menschen leiden in Österreich an ­chronischen Schmerzen. Das belastet durch Ausfälle auch die Wirtschaft. Hilfen sind aber kaum in Sicht.

••• Von Ulli Moschen

WIEN. Etwa 80 Mio. Menschen, das sind 20% der erwachsenen Europäer, leiden an chronischen Schmerzen, 25 Mio. an besonders schwierig zu behandelnden Nervenschmerzen. Die Versorgungslage ist jedoch schlecht, wie nun bekannt wurde. Dabei würde sich die Investition lohnen: Etwa zwei Drittel der chronischen Schmerzpatienten sind noch im Arbeitsleben, doch ihre Beschwerden verursachen 500 Mio. Krankenstandstage pro Jahr.  Die europaweit undankbare Situation für Schmerzpatienten war nun Thema des Kongresses der Europäischen Schmerzföderation (EFIC) in Wien.  

Betroffene in Österreich

In Österreich sind etwa 1,5 Mio. Menschen von chronischen Schmerzen betroffen. Neun von 49 Schmerzambulanzen wurden in den vergangenen zwei Jahren aus Kostengründen geschlossen, die meisten der Einrichtungen sind nur wenige Stunden pro Woche in Betrieb, und die Wartezeiten erstrecken sich über Monate, kritisieren die Schmerzexperten.
Ein Konzept zur abgestuften Versorgung von Schmerzpatienten der österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) sei vor sieben Jahren in der politischen Schublade verschwunden, erklärt Wolfgang Jaksch, Präsident der ÖSG, am Rand der Tagung.

Parlamentarische Initiative

Eine Initiative der Grünen, auf die sich kürzlich alle Parteien verständigt haben, macht jedoch Hoffnung. Die Gesundheit Österreich GmbH soll nun einheitliche Bundesqualitätsstandards für die Versorgung von Schmerzpatienten ausarbeiten.
Insgesamt rund 40.000 Teilnehmer lockte der Fachkongress nach Wien. Dabei wurden auch die Ergebnisse zahlreicher neuen Studien vorgestellt, etwa dass sich durch eine Verbesserung der Behandlung Krankenhausaufenthalte verkürzen und damit die Kosten senken lassen, oder dass Stress oder Ablenkung die Schmerzschwelle und Schmerztoleranz erhöhen – ein Faktum, das künftig in die Schmerztherapie einfließen wird.

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