HEALTH ECONOMY
Zuckerkrankheit als Zeitbombe © dpa/David Ebener

Durchschnittlich stirbt alle 50 Minuten in Österreich ein Mensch an Folgen von Diabetes

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Durchschnittlich stirbt alle 50 Minuten in Österreich ein Mensch an Folgen von Diabetes

Redaktion 12.11.2015

Zuckerkrankheit als Zeitbombe

Am Samstag ist Welt-Diabetes-Tag. Weltweit leben 387 ­Millionen Menschen mit der Krankheit, in Österreich sind es bis zu 600.000; viele davon sind aber unbehandelt.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Weltweit leben 387 Millionen Menschen mit der Stoffwechselkrankheit Diabetes, im Jahr 2035 dürfte die Zahl auf geschätzte 592 Millionen angestiegen sein. In Österreich sind bis zu 600.000 Menschen betroffen. Die genaue Zahl ist unklar, da bei vielen Menschen die Krankheit nicht diagnostiziert ist. Nur etwa zwei Drittel wissen von ihrer Erkrankung. „Dia­betes verursacht massive Folge­erkrankungen an Augen, Nieren und Nerven. Die Volkskrankheit kommt aber auch unserem Gesundheitssystem teuer zu stehen“, sagt Kurt Widhalm, Präsident des Österreichische Akademische Instituts für Ernährungsmedizin (ÖAIE). „Es ist dringend notwendig, verstärkt Präventionsmaßnahmen zu setzen.“

Enorme Risiken

Eine aktuelle britische Studie zeigt auf, dass bereits Frühdiabetes das Risiko für Herzkreislauf­erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöht. Das ÖAIE fordert daher die verstärkte Durchführung einfacher Langzeitblutzucker-Tests durch den niedergelassenen Arzt, um Frühdiabetes rechtzeitig zu entdecken. Denn dieser kann – im Unterschied zum manifesten Diabetes – durch Änderung des Lebensstils rückgängig gemacht werden.
„Gerade bei Europäern zeigt die Studie, dass ein Frühdiabetes vor allem das Herzinfarktrisiko um fast 70 Prozent erhöht“, erläutert Stoffwechselexperte Thomas Stulnig von der Medizinuni Wien: „Wir raten daher insbesondere übergewichtigen Menschen dazu, sich alle drei Jahre auf Frühdiabetes testen und von einem Ernährungsmediziner beraten zu lassen.“
In ganz Österreich finden am Wochenende Vorträge zum Thema Diabetes statt ebenso wie Beratungen und Blutzuckermessungen in Spitälern und Apotheken. Um das Thema für Betroffene sowie die Öffentlichkeit greifbar zu machen, Wege zur Prävention und Rehabilitation aufzuzeigen, hat der Hauptverband der Sozialversicherungsträger den 6. Band der Buchreihe „Gesund werden. Gesund bleiben.“ unter dem Titel „Zeitbombe Zuckerkrankheit“ dem Thema Diabetes gewidmet.

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