WIEN. ORF-Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer und der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig haben am 28. September Vertreter aus Kultur und Sport zu einem Austausch am ORF-Mediencampus getroffen. Teilgenommen haben unter anderem Wiener-Symphoniker-Intendant Jan Nast, Woodstock-der-Blasmusik-Festivalchef Simon Ertl, ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober und ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle der öffentlich-rechtliche Rundfunk angesichts internationaler Plattformen für eine österreichische Öffentlichkeit einnimmt.
„Es gilt, die enge Allianz mit dem Breiten- und Spitzensport auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zu stärken, und die kulturelle Identität und Vielfalt unseres Landes weiterhin sichtbar zu machen“, sagt Lederer. Der Dialog soll künftig auch mit Stakeholdern aus weiteren gesellschaftlichen Bereichen fortgeführt werden.
Vom Rundfunk zur Plattform
Pig kündigte an, den ORF stärker für Partner und Publikum öffnen zu wollen. „Wir werden den ORF vom Rundfunk zur Plattform der Gesellschaft weiterentwickeln“, so der designierte Generaldirektor. Dabei verwies er auch auf die Bedeutung der Zusammenarbeit mit privaten Medien für den österreichischen Medienstandort.
Nach Angaben des ORF unterstützt und begleitet der Sender jährlich mehr als 1.000 Kulturveranstaltungen. Rund 120 Mio. Euro pro Jahr werden für das Kulturprogramm ausgegeben; 19 Prozent des gesamten ORF-Fernsehprogramms entfallen demnach auf den Kulturbereich.
Auch Sport nimmt einen wesentlichen Anteil am Programm ein: 2025 entfielen laut ORF 26 Prozent beziehungsweise knapp 12.000 Stunden auf Sportangebote in TV und Streaming. (red)