WIEN. Die weltweite Autoindustrie ist mit deutlichem Gegenwind ins Jahr 2026 gestartet und die deutschen Hersteller trifft es besonders hart. Während der Umsatz der 18 weltweit größten Autokonzerne im ersten Quartal insgesamt um knapp zwei Prozent zulegte, wuchs der Umsatz japanischer Hersteller um vier Prozent, der der US‑Konzerne sogar um fünf Prozent. Die drei deutschen Autokonzerne mussten dagegen insgesamt einen Umsatzrückgang von vier Prozent hinnehmen.
Auch beim Gewinn haben die US-Konzerne die Nase vorn: Die US‑Hersteller steigerten ihren Gewinn um 83 Prozent, während die deutschen Konzerne ein Minus von 23 Prozent verzeichneten. Lediglich acht der untersuchten Unternehmen erzielten ein Gewinnplus, zehn Konzerne – darunter alle drei deutschen – mussten rückläufige Ergebnisse melden.
Während die deutschen Autokonzerne also weiterhin Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verbuchen, haben gerade die US-Konzerne im ersten Quartal offenbar eine Trendwende geschafft und zeigen allen anderen Herstellernationen die Rücklichter. Dabei lassen sie auch die chinesischen Hersteller im Ranking hinter sich, deren Umsatz im ersten Quartal um ein Prozent und deren Gewinn sogar um 43 Prozent schrumpfte.
Profite schwinden
Insgesamt ist die Profitabilität der Autoindustrie weiter rückläufig: Über alle Hersteller hinweg sank die Gesamtmarge von 5,3 auf 3,5 Prozent und damit auf den zweitniedrigsten Stand in den vergangenen zehn Jahren. Nur im Corona-Jahr 2020 war die Profitabilität mit einer Marge von 1,9 Prozent noch geringer gewesen.
Im Ranking der profitabelsten Autokonzerne belegt Suzuki mit einer Marge von 10,9 Prozent den Spitzenplatz, gefolgt von General Motors (9,4 %) und Kia (7,5 %). BMW erreicht mit 6,5 Prozent Rang vier, Mercedes‑Benz liegt mit 6,0 Prozent auf Platz sechs, Volkswagen mit 3,3 Prozent auf Rang 13. Die Durchschnittsmarge der deutschen Konzerne ist im Jahresvergleich von 5,7 auf 4,6 Prozent gesunken – zum Vergleich: Vor vier Jahren, im ersten Quartal 2022, hatten die drei deutschen Konzerne zusammen noch eine Marge von 13,2 Prozent erzielt.
Herausforderung für die Industrie
„Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, dass die Herausforderungen für die Automobilindustrie noch lange nicht überwunden sind“, meint Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich. „Die Branche befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Strukturwandel: Rückläufige Absatzmärkte, hohe Überkapazitäten und der verzögerte Hochlauf der Elektromobilität belasten die Ergebnisse weiterhin.“
Nötiger Strukturwandel
Angesichts der anhaltenden Gewinnschwäche der deutschen Autokonzerne und der geringen Wahrscheinlichkeit einer baldigen Aufhellung der weltweiten Autokonjunktur setzen die deutschen Autobauer auf Sparmaßnahmen durch Stellenabbau, durch Produktionsverlagerungen in sogenannte Best-Cost-Länder, inzwischen aber auch durch den Verkauf von Autofabriken an andere Hersteller oder auch an branchenfremde Dritte. „Die Branche reagiert zunehmend mit strukturellen Anpassungen auf den anhaltenden Druck“, analysiert Preiss. „Dazu zählen auch neue Nutzungskonzepte für Produktionsstandorte und verstärkte Kooperationen. Entscheidend ist, dass Unternehmen den Wandel aktiv gestalten, statt auf eine kurzfristige Markterholung zu hoffen. Produktionsentscheidungen werden heute stärker denn je durch Kosten, Produktivität und staatliche Rahmenbedingungen beeinflusst. Viele Standorte stehen dadurch auf dem Prüfstand, da sich Produktion in anderen Regionen oft wirtschaftlicher darstellen lässt.“
ORF Wahl: Ein deutlicher Sieg für Clemens Pig
WIEN Am Ende hat sich der Favorit durchgesetzt: APA-CEO Clemens Pig wird ab Jänner 2027 neuer Generaldirektor des ORF. Der 51-Jährige hat sich im ersten Wahlgang mit 21 von 35 Stimmen