•• Von Alexander Haide
WIEN. Der europäische Neuwagenmarkt bleibt auf Erholungskurs. Laut EY-Analyse stiegen die Neuzulassungen in der EU im April um fünf Prozent; seit Jahresbeginn liegt der Absatz damit vier Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Es war zudem der stärkste April seit dem Vor-Corona-Jahr 2019, als in der EU allerdings noch 15% mehr Pkw neu zugelassen wurden. Auch in Österreich hält der Aufwärtstrend an: Hier legten die Neuzulassungen im April um elf Prozent zu, im bisherigen Jahresverlauf um 15%.
Getragen wird das Marktwachstum allerdings fast ausschließlich vom starken Absatz von Elektroautos, sagt Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich: „Das Marktwachstum in Österreich wird aktuell wesentlich vom steigenden Absatz von Elektroautos getragen. Dieses Wachstum ist allerdings von politischen Rahmenbedingungen abhängig: Während direkte Kaufprämien zuletzt zurückgefahren wurden, wirken weiterhin steuerliche Vorteile und Förderprogramme, etwa bei der Ladeinfrastruktur, als zentrale Treiber der Nachfrage. Gleichzeitig stehen viele Hersteller weiterhin unter Margendruck, da Elektroautos bislang geringere Erträge als klassische Antriebe erzielen.“
EU-weit stieg der Absatz von Elektroautos im April um 38%, während der Gesamtmarkt um fünf Prozent wuchs. Rechnet man E-Autos und die ebenfalls geförderten Plug-in-Hybride heraus, schrumpften die Neuzulassungen in der EU um drei Prozent. Auch in Österreich werde der Hochlauf der Elektromobilität weiterhin durch staatliche Rahmenbedingungen gestützt, so Preiss. Langfristig müsse sich der Markt jedoch ohne staatliche Unterstützung behaupten.
2026 bleibt schwieriges Jahr
Die Rahmenbedingungen für die Branche bleiben aus Sicht von Preiss angespannt: Geopolitische Spannungen in Nahost, hohe Kraftstoffpreise, gestiegene Inflation und schwache Konjunktur führten zu spürbarer Kaufzurückhaltung. Zwar erhöhe der Preis an der Zapfsäule das Interesse an Elektroautos – auch am Gebrauchtwagenmarkt –, insgesamt überwögen aber die Belastungsfaktoren: „Auch 2026 dürfte daher ein schwieriges Jahr für die Autobranche bleiben.“