••• Von Alexander Haide
WIEN. Auf dem europäischen Neuwagenmarkt bleibt der Aufwärtstrend intakt: Die Neuzulassungen in der EU stiegen im Mai um drei Prozent, im bisherigen Jahresverlauf liegt der Absatz damit vier Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Auch in Österreich kletterten die Neuzulassungen nach oben: im Mai um fünf Prozent, im bisherigen Jahresverlauf sogar um 13%.
E-Auto-Absatz teuer erkauft
Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich, sieht allerdings noch keine positive Trendwende auf dem EU-Neuwagenmarkt: „Wir haben bei den EU-Neuzulassungen seit 2023 ein Plateau erreicht, mit leichten Schwankungen nach oben oder unten. Nach wie vor liegt der Absatz in Europa erheblich niedriger als vor der Pandemie. Das ist die neue Normalität, mit der die Autoindustrie umgehen muss.“
Preiss führt die anhaltende Absatzschwäche in Europa auf mehrere Faktoren zurück: „Die anhaltende Konjunkturschwäche, Arbeitsplatzsorgen, hohe Neuwagenpreise, der Wegfall des Kleinwagensegments und eine allgemeine Verunsicherung über die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung führen zu Kaufzurückhaltung bei privaten und gewerblichen Käufern.“
Das aktuelle leichte Marktwachstum sei zudem ausschließlich auf den stark wachsenden Absatz von Elektroautos zurückzuführen und der sei teuer erkauft, betont Preiss: „Allein die stark steigenden Verkaufszahlen von Elektroautos treiben den Neuwagenmarkt an, die übrigen Antriebsformen liegen weit unter dem Vorjahresniveau. Das Plus bei Elektroautos ist zwar grundsätzlich erfreulich, allerdings sind es in erster Linie staatliche Subventionen, die für die steigenden Absatzzahlen verantwortlich sind. Aktuell sorgt also vor allem die öffentliche Hand für Wachstum auf dem Neuwagenmarkt.“
Im Mai stieg der Absatz von Elektroautos EU-weit um 43%, der Gesamtmarkt wuchs nur um drei Prozent. Rechnet man Elektroautos und die ebenfalls geförderten Plug-in-Hybride heraus, schrumpften die Neuzulassungen EU-weit um sechs Prozent. In Österreich stieg der Absatz von Elektroautos im Mai um 22%.
Im bisherigen Jahresverlauf sank der EU-Marktanteil der deutschen Autokonzerne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 39,0 auf 38,3%. Alle drei deutschen Konzerne verzeichneten Absatzzuwächse, in Summe stieg ihr EU-Absatz nur um 2,1%, der Gesamtmarkt legte um vier Prozent zu.
Deutlich gewachsen sind insbesondere chinesische Unternehmen und die Marke Tesla: Leapmotor (+531%), Chery (+265%), BYD (+159%) – und Tesla verzeichnete 77% Wachstum.