Weitere Assistenzsysteme für Neuwagen Pflicht
© Ralph Wagner ÖAMTC
Assistenzsystemen in Neuwagen werden von der Kür zur Pflicht.
MOBILITY BUSINESS Redaktion 10.07.2026

Weitere Assistenzsysteme für Neuwagen Pflicht

Erweitertes Notbremssystem, Ablenkungswarner, verbesserter Kopfaufschlagschutz und Notfallspurhalteassistent sind ab Juli Pflicht und erhöhen die Sicherheit.

WIEN. Am 7. Juli traten in der Europäischen Union neue Sicherheitsvorgaben für neu zugelassene Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in Kraft. Diese basieren auf der EU-Verordnung 2019/2144 und verpflichten Hersteller zur Integration weiterentwickelter Assistenzsysteme, die die Sicherheit im Straßenverkehr signifikant erhöhen sollen. Zusätzlich zu den seit 2024 vorgeschriebenen Assistenz- und Sicherheitssystemen müssen Fahrzeuge dann über ein erweitertes Notbremssystem, ein Konzentrations- und Ablenkungs-Warnsystem, einen Notfall-Spurhalteassistenten sowie einen verbesserten Kopfaufschlagschutz im Frontbereich verfügen.
 
„Die neuen Systeme sind ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Zum einen wird der Schutz von Fußgänger und Radfahrenden erheblich gesteigert, zum anderen fokussiert der Ablenkungswarner auf eine der Hauptunfallursachen und kann so einen wichtigen Beitrag zur weiteren Reduktion der Unfallzahlen leisten bzw. die Schwere der Verletzungen verringern“, begrüßt ÖAMTC-Techniker Daniel Deimel die Neuerungen.

Voraussetzung ist, dass die Systeme einwandfrei funktionieren. „Das Feedback von ÖAMTC-Mitgliedern sowie Umfragen des Clubs zeigen, dass Assistenzsysteme gut angenommen werden. Allerdings gibt es immer wieder Rückmeldungen zu teilweise problematischen Fehleinsätzen, wie etwa ungerechtfertigte Notbremsungen und nervige Warnungen. „Hier sind Gesetzgeber und Hersteller gleichermaßen gefordert. Die verpflichtenden Systeme müssen auf unterschiedlichste Szenarien und Hindernisse trainiert werden. Warnungen und Eingriffe müssen so abgestimmt sein, sodass der Fahrer nicht gestört, irritiert und überfordert wird“, betont der Techniker des Mobilitätsclubs.

Die neuen Fahrassistenzsysteme im Überblick
Zu den verpflichtenden Assistenzsystemen in Neuwagen zählen ein erweitertes Notbremsassistenzsystem, der Ablenkungs- und Konzentrationswarner (Advanced Driver Distraction Warning), der Notfall-Spurhalteassistent und der Kopfaufschlagschutz. Bereits bestehende Systeme wie intelligente Geschwindigkeitsassistenzsysteme, Rückfahr-Assistenz und Unfalldatenspeicher („Blackbox“) und das adaptive Bremslicht bleiben weiterhin Standard. „Mit diesen Maßnahmen setzt die EU ein klares Zeichen für mehr Sicherheit auf unseren Straßen. Der ÖAMTC unterstützt diese Entwicklungen, testet und prüft regelmäßig deren Funktionalität, fordert notwendige Verbesserungen und Adaptierungen und steht seinen Mitgliedern mit umfassender Beratung zur Seite“, fasst der ÖAMTC-Techniker zusammen.

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