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Familienunternehmen in Österreich vor Nachfolgeproblemen © LG Electronics Austria – Abdruck honorarfrei

Johannes Volpini, zuständiger Partner für den Bereich „Family Business“ bei EY Österreich

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Johannes Volpini, zuständiger Partner für den Bereich „Family Business“ bei EY Österreich

Redaktion 28.09.2015

Familienunternehmen in Österreich vor Nachfolgeproblemen

Nur jeder hundertste potenzielle Nachfolger will nach dem Hochschulabschluss in den Familienbetrieb eintreten – damit gehört Österreich weltweit zu den Schlusslichtern.

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Wien. Österreich ist ein Land der Familienunternehmen: Insgesamt sind rund 80% der heimischen Betriebe in Familienbesitz, die etwa 70% aller Arbeitnehmer beschäftigen. Für viele Familienunternehmen wird die Suche nach Nachfolgern jedoch zunehmend schwieriger: Die Mehrheit der Studenten aus Unternehmerfamilien will lieber Karriere außerhalb des eigenen Betriebs machen. Nicht einmal jeder hundertste potenzielle Nachfolger (0,9%) will direkt nach dem Abschluss in den Familienbetrieb eintreten. Damit gehört Österreich zu den weltweiten Schlusslichtern. Selbst nach einer fünfjährigen Pause können sich hierzulande nur 3,4% vorstellen, im Familienunternehmen mitzuarbeiten. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 4,9%, nur in Schottland, Dänemark, Israel und den USA ist die Lust auf eine Karriere im Familienbetrieb geringer. Grundsätzlich kann sich ein Fünftel (19,7%) der potenziellen Nachfolger weltweit vorstellen, im Familienbetrieb zu arbeiten.

Das sind die Kernergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY in Zusammenarbeit mit dem „Center for Family Business“ der Universität St. Gallen, bei der über 34.000 Studenten an 750 Universitäten in 34 Ländern zu ihren Berufsplänen befragt wurden. In Österreich nahmen 1.500 Studenten – davon ein Drittel aus Familienunternehmen – an 34 Universitäten an der Umfrage teil.

"Nicht ins gemachte Nest setzen"

Johannes Volpini, zuständiger Partner für den Bereich „Family Business“ bei EY Österreich: „Familienunternehmen kämpfen momentan mit der Herausforderung, ihren Nachwuchs davon zu überzeugen, im familieneigenen Unternehmen zu arbeiten und dieses irgendwann auch zu übernehmen. Das liegt einerseits an den speziell in Ländern mit guter Konjunkturentwicklung immer vielfältigeren Karrieremöglichkeiten. Andererseits wollen sich immer mehr potenzielle Nachfolger nicht einfach ins gemachte Nest setzen, sondern sich zuerst außerhalb des eigenen Familienbetriebs beweisen.“

www.ey.com/at

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