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Amazon: Weltweites Aus für „Dash“-Bestellknöpfe         © Amazon
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Redaktion 05.08.2019

Amazon: Weltweites Aus für „Dash“-Bestellknöpfe

Der Online-Riese schafft die umstrittenen Plastik-Buttons ab, sie verlieren mit Ende August ihre Funktionalität.

SEATTLE. Erst vor wenigen Jahren führte Amazon seine „Dash“-Bestellknöpfe zum schnelleren Nachordern von Alltagsartikeln – wie Waschmittel, Windeln, Kondome, Kosmetika oder Kaffee – unter großer medialer Beachtung ein. Mit 31. August sind sie nur mehr wertloses Plastik. Die virtuellen Buttons aus Website und App und der automatische Nachbestelldienst bleiben aktiv.

Kauf schon im März eingestellt
Im Jänner hatte Amazon vor dem Oberlandesgericht München einen Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalens verloren: Die Richter entschieden, dass Amazon mit seinen Dash-Buttons gegen Gesetze zum Online-Handel verstoße, weil beim Einkauf über die an Türklingeln erinnernden Knöpfe klare Informationen zu Inhalt, Preis und der Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten. Auf den Buttons ist nur das Logo des Produktanbieters und der Knopf zum Bestellen zu sehen. Auch der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) plante eine Klage.

Amazon stellte den Verkauf neuer Dash-Buttons indes bald darauf im März ein – weil Kunden ihn kaum nutzten. Damals war aber noch die Rede davon, dass die Buttons „natürlich funktionsfähig“ bleiben würde. Mit dem Verkaufsstopp habe die Nutzung der Hardware-Buttons nun aber „signifikant nachgelassen“. Die Abschaltung der physischen Knöpfe sei die "natürliche Weiterentwicklung" des "Dash"-Programms: "Wir haben immer gesagt, dass wir uns eine Zukunft vorstellen, in der Kunden zu Hause keinen physischen Knopf drücken müssen, um Produkte nachzubestellen."

Die kurze Geschichte der Dash-Buttons
2015 erregte Amazon mit der Ankündigung der Einführung physischer Buttons Aufsehen, die BBC vermutete zunächst einen Aprilscherz. 2016 kamen sie nach Deutschland. Zum Stopp des Verkaufs gab es rund 70 für diverse Artikel wie Waschmittel, Windeln, Kondome, Kaffee oder Kosmetik. Bastler funktionierten die Knöpfe aber zum Teil auch um, so dass sie damit zum Beispiel vernetzte Lampen im smarten Zuhause steuern konnten. Die speziell für solche Anwendungsfälle gedachte Version des Knopfs für Entwickler - der "AWS IoT Button" - wird weiter angeboten. (red)

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