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Ankers neuer Eigentümer ist optimistisch APA Hans Klaus Techt

Erhard Grossnig

APA Hans Klaus Techt

Erhard Grossnig

Redaktion 16.02.2016

Ankers neuer Eigentümer ist optimistisch

2017 soll der Bäcker wieder in die Gewinnzone.

WIEN. Erhard Grossnig ist der neue Eigentümer der Wiener Traditionsbäckerei Ankerbrot. Er will das Unternehmen 2017 in die Gewinnzone bringen. Kein leichtes Unterfangen: Im vergangenen Geschäftsjahr 2015 schrieb der Bäcker erneut Verluste, der Umsatz reduzierte sich von 116 auf 107 Mio. €. „Das ist kein besonders schönes Ergebnis, doch 2016 soll es ausgeglichen sein. 2017 erwarten wir Gewinne", sagte der neue Ankerbrot-Vorstand Andreas Schwarzenberger bei seinem ersten offiziellen Auftritt vor Journalisten in Wien.

Seit Oktober 2015 ist Ankerbrot nach mehr als zehn Jahren im Besitz der deutschen Familie Ostendorf wieder in österreicherischer Hand. Grossnigg erwarb in Summe (über seine Firmen) mehr als 80% der Anteile, den Rest hält der Vorarlberger Großbäcker Ölz. Der Ankerbrot-Produktionsstandort in Wien-Favoriten, um den zuvor ein jahrelanger Rechtsstreit tobte, gehört seit Ende des Vorjahres ebenfalls den neuen Eigentümern.

Anker hat sein Filialnetz in den vergangenen Jahren gestrafft, sodass die Bäckerei nun über 111 Filialen in Wien, Niederösterreich, Salzburg und Bratislava verfügt und 1.150 Mitarbeiter beschäftigt. Ende 2013 waren es noch 125 Standorte. Zu den Hochzeiten in den 90er-Jahren betrieb Anker 370 Filialen und beschäftigte 2.500 Mitarbeiter.

Die Mehrheit des Umsatzes (knapp 60%) macht Ankerbrot heute mit der Belieferung der heimischen Lebensmittelketten mit Backwaren. Das Geschäft dort wird wegen der Backshops härter, die Margen sind deutlich geringer als in den eigenen Filialen. Vor allem der Diskonter Hofer mischte die Bäckereibranche mit seinen Backshops deutlich auf, was zahlreiche kleinere Bäckereien in die Pleite riss. Ankerbrot zählt nicht zu den Hofer-Lieferanten. Die Pleite von Zielpunkt betraf den Bäcker zwar kurzfristig im Volumen, das Geschäft sei aber nicht verloren, sondern werde auf die anderen Lebensmittelhändler aufgeteilt, so Schwarzenberger.

In diesem schwierigen Umfeld will sich Ankerbrot vermehrt auf seine eigenen Filialen konzentrieren und hier in den nächsten Jahren jährlich rund 5 Mio. € investieren. Die etwas in die Jahre gekommenen Standorte werden bis Jahresende nach und nach modernisiert und umgebaut. Künftig will Anker dem Trend folgend mehr händisch hergestelltes Gebäck und vegane Produkte anbieten, aber auch an den Snack- und To-go-Produkten festhalten. Pläne des Eigentümers Grossnigg, am Personalstand zu rütteln oder den Kollektivvertrag (KV) zu ändern, dementierte Schwarzenberger. „Es gibt keinerlei Pläne, den Mitarbeiterstand zu verändern." (APA/red)

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