Bargeld bleibt Fixstarter trotz digitaler Karten
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RETAIL Redaktion 26.08.2026

Bargeld bleibt Fixstarter trotz digitaler Karten

WIEN. Die Österreicher digitalisieren ihre Bankkarten zunehmend, bleiben dem Bargeld aber weitgehend treu. Das zeigt die Bargeldstudie 2026 von Global Payments in Zusammenarbeit mit der Erste Bank und Sparkasse. Laut der von INTEGRAL im Mai unter 800 Personen durchgeführten Befragung haben 38 Prozent ihre Bankkarte bereits auf Smartphone oder Smartwatch hinterlegt. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als 2025 und mehr als doppelt so viele wie beim Start der Erhebungsreihe 2022.

Besonders verbreitet ist die digitale Karte bei Menschen, die überwiegend oder etwas mehr mit Karte als bar bezahlen. In diesen beiden Gruppen nutzen bereits 63 Prozent eine digitale Karte. Auch unter den vorwiegenden Barzahlern stieg der Anteil von 25 auf 28 Prozent. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Geschäfte zu, die Kartenzahlung anbieten. „Für den Handel heißt das: Wer heute noch kein bargeldloses Bezahlen anbietet, lässt sich Umsatz an der Kassa entgehen“, so Angela Knötzl, Country Managerin Österreich bei Global Payments.

Bargeld bleibt gefragt
An der grundsätzlichen Bedeutung von Bargeld hat sich wenig verändert: 19 Prozent der Österreicher zahlen ausschließlich bar, 88 Prozent halten es für wichtig, dass Bargeld verfügbar ist. Nur drei Prozent stehen Bargeld negativ gegenüber. Besonders stark ist die Präferenz für Bargeld bei Menschen über 70 Jahren und bei formal niedriger gebildeten Gruppen. Bei den 16- bis 29-Jährigen zahlt hingegen bereits mehr als die Hälfte mehrheitlich oder fast ausschließlich mit Karte. Rund 30 Prozent der Österreicher bewahren zudem mehr als 300 Euro Bargeld zu Hause auf.

Zwischen den Zahlungsgewohnheiten zeigen sich zunehmend Unterschiede in der Wahrnehmung. Wer überwiegend mit Karte zahlt, empfindet die Bargeldbeschaffung häufiger als mühsam und Bargeld eher als altmodisch. 46 Prozent dieser Gruppe fühlen sich zudem unfreiwillig zum Barzahlen gezwungen, nach 40 Prozent im Vorjahr. 71 Prozent würden eine Kartenzahlungsmöglichkeit als Erleichterung empfinden.

„Für Vielnutzer der Karte ist bargeldloses Zahlen längst zur Selbstverständlichkeit geworden, Bargeldbeschaffung empfinden sie zunehmend als lästige Pflicht“, sagt Angela Knötzl. „Wer hingegen bar zahlt, sieht das genau umgekehrt.“

Auch digitale Wallets gewinnen an Bedeutung. „Mit der zunehmenden Verbreitung von digitalen Wallets wie Apple Pay und Google Pay hat sich das Bezahlverhalten vieler Menschen nachhaltig verändert. Das Smartphone ist für die meisten Kunden ständig griffbereit und wird immer öfter auch zum bevorzugten Zahlungsmittel. Dadurch gewinnt die flächendeckende Akzeptanz bargeldloser Zahlungen im Alltag weiter an Bedeutung“, sagt Ertan Piskin, Zahlungsverkehrsexperte der Erste Bank.

Gleichzeitig betont Piskin die Wahlfreiheit bei den Zahlungsmethoden. „Unser Ziel ist es, dass jede und jeder so bezahlen kann, wie sie oder er möchte – mit Bargeld, Karte oder Smartphone. Ebenso wichtig ist, dass diese Zahlungsmöglichkeiten möglichst überall zur Verfügung stehen.“

Die Studie wurde von Global Payments gemeinsam mit der Erste Bank und Sparkasse bei Integral und Sensor Marktforschung beauftragt. Befragt wurden vom 1. bis 21. Mai 2026 insgesamt 800 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung. (red)

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