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Bauernbund lehnt Mercosur-Deals der EU-Kommission ab © APA /Herbert Pfarrhofer

Bauernbund-Präsident Georg Strasser

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Bauernbund-Präsident Georg Strasser

Redaktion 02.07.2019

Bauernbund lehnt Mercosur-Deals der EU-Kommission ab

Angekündigte Ausgleichsmaßnahmen für sensiblen Agrarsektor sind nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein.

WIEN. „Unsere Befürchtungen haben sich leider bewahrheitet, wie der Mega-Deal der EU-Kommission mit dem Mercosur zeigt. Die Leidtragenden eines solchen Vertrags werden die europäischen Bauernfamilien, der Klimaschutz und die Umwelt in Europa wie in Südamerika sein“, ist Bauernbund-Präsident Georg Strasser verärgert über die Zustimmung der EU-Kommission zum Freihandelspakt mit den vier Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.

Die medial kolportierten Angaben über die vereinbarten Import-Mengen im Agrarsektor sehen etwa beim Rindfleisch eine Quote von 100.000 Tonnen vor, 180.000 Tonnen im Bereich Geflügelfleisch sowie 120.000 Tonnen Zucker und über 650.000 Tonnen Ethanol. „Dieses Zugeständnis der EU-Kommission übertrifft sogar noch unsere Befürchtungen und ist nicht zu akzeptieren“, stellt sich Strasser gegen das bauernfeindliche Abkommen.

„Eine historisch gewachsene Struktur der bäuerlichen Familienbetriebe in Europa und vor allem in Österreich müsste plötzlich mit einer großflächigen Agrarindustrie in Südamerika konkurrieren, die auf Masse und Export ausgerichtet ist. Der Mercosur-Handelspakt ist in Wahrheit ein Deal gegen den langjährigen ökosozialen Weg in der österreichischen Landwirtschaft. Es ist damit auch ein Deal gegen die Interessen der europäischen Konsumentinnen und Konsumenten“, so Strasser. „In diesen vier Staaten Südamerikas werden beispielsweise auch großflächig gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft eingesetzt. Dort wird genau das praktiziert, was bei uns in Europa abgelehnt wird“, zeigt sich Strasser verärgert über die Unterminierung der hohen Lebensmittel- und Produktionsstandards in Europa. Der Bauernbund-Präsident ortet gewaltige Benachteiligungen im Agrarsektor. „Die EU-Kommission hat augenscheinlich den Agrarsektor im Abtausch für neue Märkte von vermeintlich wichtigeren Produkten, wie beispielsweise Autos, Maschinen oder Chemikalien geopfert. Wir erkennen im Bereich der Lebensmittelsicherheit und bei den Produktionsstandards eine Doppelbödigkeit. Niedrige Standards sind nicht vereinbar mit dem österreichischen Weg der nachhaltigen, ökosozialen Agrarpolitik. Dieser Mercosur-Deal ist daher ein fauler Kompromiss auf dem Rücken der Bauernfamilien“, so Strasser.

Nachbesserungen im Agrarsektor sind ein Muss
„Die Freude der EU-Kommission können wir aus agrarischer Sicht nicht nachvollziehen“, meint Bauernbund-Direktor  Norbert Totschnig. „Aus agrarischer Sicht müssen wir diesen Mercosur-Deal klar ablehnen. Völlig unverständlich ist die Zustimmung der EU-Kommission zu diesem Abkommen, in Zeiten, in denen die gleiche EU-Kommission eine deutliche Reduktion des GAP-Budgets ab 2020 vorschlägt und darüber hinaus höhere Standards im Bereich Klima- und Umweltschutz von den europäischen Landwirten einfordert. Das passt nicht zusammen“, so der Bauernbund-Direktor.

„Angesichts der Mercosur-Einigung, die zum Nachteil der Landwirtschaft ausfällt, sind bei den kommenden Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) Budgetkürzungen im Agrarsektor undenkbar. Wir fordern umso mehr eine klare Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel, damit die Konsumenten wissen, wo die Produkte herkommen und wie sie hergestellt wurden“, so Totschnig abschließend. (red)

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