WIEN. Klimawandel, unsichere Märkte und neue regulatorische Vorgaben setzen die Landwirtschaft unter Druck. Beim Biodiversitätsgipfel von Spar, Arche Noah und Sternekoch Paul Ivić in Schiltern diskutierten Vertreter aus Landwirtschaft, Forschung und Handel über den Erhalt von Arten- und Sortenvielfalt.
Einigkeit herrschte darüber, dass Biodiversität weit mehr als Naturschutz ist. Sie gilt als Grundlage für stabile Erträge, hochwertige Lebensmittel und regionale Wertschöpfung. „Sortenvielfalt ist keine romantische Idee, sondern kann auch ein handfester Wettbewerbsfaktor sein“, betonte Markus Kaser, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Spar Österreich.
Kritik gab es an der geplanten EU-Saatgut-Verordnung. Arche Noah warnt vor zusätzlichen bürokratischen Belastungen für kleine Züchtungsbetriebe. „Sortenvielfalt entsteht nicht in EU-Verordnungen, sondern in der landwirtschaftlichen Praxis der Regionen“, sagte Geschäftsführer Volker Plass.
Auch der Handel spiele eine wichtige Rolle. Spar setzt nach eigenen Angaben auf langfristige Partnerschaften mit Produzenten und den Erhalt von Kultursorten. Mehr als 30% des Obst- und Gemüsesortiments stammen mittlerweile aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft.
Eine aktuelle Marketagent-Befragung im Auftrag von Spar zeigt zudem Nachholbedarf beim Bewusstsein der Bevölkerung. Zwar halten knapp die Hälfte der Österreicher Biodiversität für wichtig, aber nur rund ein Drittel kann den Begriff korrekt einordnen.
Um Wissen aus Landwirtschaft, Forschung und Handel stärker zu bündeln, kündigte Spar die Einrichtung eines landwirtschaftlichen Expertenrats an. Dieser soll künftig Lösungsansätze zu Themen wie Klimaanpassung, Sortenerhalt und Ressourceneffizienz entwickeln.
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