ServusTV: So wird  die WM multimedial
© ServusTV/Sebastian Marko
Das international bekannte Expertenduo Steffen Freund (l.) und Jan Åge Fjørtoft.
MARKETING & MEDIA Redaktion 12.06.2026

ServusTV: So wird die WM multimedial

Matthias Brügelmann, Global Head of Content bei Servus Media, gibt Einblicke in die Berichterstattung rund um die Fußball-WM.

••• Von Georg Sohler

Ab dem 11. Juni rollt der Fußball bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko – die WM ist eine Herausforderung für die TV-Berichterstattung; nicht nur, weil erstmals 48 Nationen teilnehmen, sondern auch, weil die Anstoßzeiten so gar nicht zu einem mitteleuropäischen Schlafrhythmus passen. ServusTV ist Sublizenznehmer des ORF und nutzt verschiedene Kanäle, um Fans rund um die WM zu informieren. Matthias Brügelmann, Global Head of Content bei Servus Media, gibt medianet einen Einblick, wie das funktionieren soll.

Er ordnet die Größenordnung ein: Alleine der Privatsender überträgt mit den 52 Spielen so viele wie bei der WM 2022 in Katar und der EM 2024 in Deutschland zusammen. „Dazu kommen 22 Sendetage mit bis zu vier Spielen täglich und Sendestrecken von bis zu 13 Stunden. Parallel laufen auch noch drei MotoGP- und vier Formel-1-Rennen bei ServusTV und ServusTV On, darunter der Heim-Grand-Prix am Red Bull Ring“, illustriert er die Anforderungen. „Diese Dimension ist, abgesehen von den Übertragungszeiten, die eigentliche Herausforderung und ein großer Ansporn zugleich. Es ist ein Privileg, Sporthighlights wie Österreich gegen Argentinien exklusiv zu übertragen. Unsere Produktion unter Leitung von Marlene Beran leistet hier wirklich Außergewöhnliches.“ Der Aufwand soll sich aus Sicht des Senders auch wirtschaftlich lohnen, insbesondere durch die Vermarktung.

Positive Sales-Entwicklung
Etwas entgegen einer allgemeinen Annahme entwickelt sich die Vermarktung in den Nachtstunden positiv, wie er von dem hausinternen Commercial Sales & Partnerships-Verantwortlichen Lukas Scharmbacher berichtet. Gerade bei großen internationalen Events sind Sportfans – und somit auch die ServusTV-Partner – daran gewöhnt, Live-Inhalte auch zu außergewöhnlichen Uhrzeiten zu verfolgen – etwa bei Formel-1-Rennen außerhalb Europas. Allerdings: „Natürlich erzielen die Spiele vor Mitternacht traditionell die höchsten Reichweiten. Gleichzeitig bieten die Nachtspiele Werbepartnern die Möglichkeit, hochwertige Kontakte besonders effizient zu erreichen.“

Besonders bei Topspielen bleibe die Live-Nutzung hoch, unabhängig von der Uhrzeit: „Dieses Zusammenspiel aus Reichweite, Aufmerksamkeit und Wirtschaftlichkeit wird von den Partnern des Senders bewusst genutzt.“ Hinzu kommt, dass sich die Vermarktung nicht auf die reine Live-Übertragung beschränkt: „Die Nachtspiele schaffen zusätzliche Reichweite über Highlight-Shows, Re-Lives, digitale Clips oder unsere Morningshow am Folgetag. Dadurch entstehen für Werbepartner verlängerte Kontaktpunkte.“

Umfassende Berichterstattung
Besonders wichtig ist ServusTV auch die Nähe zum ÖFB-Team. So berichten Moderatorin Alina Marzi und Ex-Nationalteamspieler Marc Janko direkt aus dem Base Camp in Kalifornien. Neben den Live-Spielen und den Highlights aller 104 Spiele gibt es etwa den WM-Vodcast „Servus, WM! We are from Austria“ mit Julia Kienast und Gästen wie Marko Arnautović und David Alaba. Dazu kommen noch weitere Produktionen (siehe Kasten) und „WM Kompakt“. Diese Sendung wird während der WM morgens zwischen sechs und neun Uhr als 15-minütiges Format in Endlosschleife ausgestrahlt und ermöglicht somit „jedem Fan, sich schnell und kompakt über die vergangene WM-Nacht zu informieren“, so Brügelmann.

Das Team für Übersee
Um all das abzubilden, ist ein großes Team notwendig. Insgesamt umfasst es 15 Personen vor der Kamera, hinter den Kulissen arbeiten nochmals 20 Redakteure. Moderiert wird im Studio in Wals von Christian Nehiba, Julia Kienast und Christian Baier. Das Kommentatoren-Team besteht aus Michael Wanits, Philipp Krummholz, Christian Brugger und Sebastian Aster; Kevin Piticev begleitet ebenfalls die Spiele. Dazu kommen sechs hochkarätige Experten – darunter ehemalige Nationalspieler wie Florian Klein, Martin Harnik, Marc Janko und Sebastian Prödl sowie das Expertenduo Steffen Freund und Jan Åge Fjørtoft. „Gemeinsam bringen sie internationale Erfahrung von 348 Länderspielen für ihre jeweiligen Heimatländer mit, zudem verfügen sie über umfangreiches Wissen aus sieben EM- sowie zwei WM-Teilnahmen“, rechnet Brügelmann vor. Mit diesen neuen Formaten soll weiters die digitale Streamingplattform gestärkt werden, vor allem am Vormittag mit den Highlights und Analysen. Damit verfolgt man strategische Ziele.

Wachsen – als Servus Media
Denn mit der WM sollen neue Zielgruppen erreicht und über unterschiedliche Formate für ServusTV interessiert werden – über die klassischen Fußballfans hinaus: „Ich glaube, dass wir mit unserer Mischung aus Live-Sport, Unterhaltung, Geschichten und digitalen Formaten ein sehr breites Publikum ansprechen können – quer über alle Altersgruppen hinweg.“

Die WM ist zudem aus seiner Sicht ein gutes Beispiel dafür, wie effizient die neue Servus Media-Struktur mit ihren drei Kernbereichen Content, Operations sowie Commercial & Marketing ineinandergreift. Von der ersten Content-Idee über Produktion und Distribution bis hin zur Kampagne und Vermarktung arbeiten alle Bereiche eng verzahnt zusammen: „Genau dieses Zusammenspiel macht die Stärke unseres Hauses aus und zeigt exemplarisch, wie wir unsere drei Content-Säulen – Sport, Information und Heimat – strategisch miteinander verbinden.“ Mit diesen Entwicklungen will ServusTV seine Position als das größte unabhängige Medienhaus des Landes weiter ­schärfen.

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