WIEN. Nach einem schwachen ersten Halbjahr 2025 ist internationales Wachstumskapital auf den österreichischen Start-up-Markt zurückgekehrt. Das Finanzierungsvolumen stieg auf 472 Millionen Euro, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg von 78 auf 97, ein neuer Halbjahresrekord. Das zeigt das Start-up Investment Barometer von EY in Zusammenarbeit mit invest.austria.
Rein internationale Investorengruppen stellten mindestens 300 Millionen Euro bereit, nach nur 21 Millionen Euro im Vorjahr; ihr Anteil am Finanzierungsvolumen stieg von 27 auf 64 Prozent. „Internationale Investoren sind zurück, und zwar nicht nur symbolisch, sondern mit substanziellen Tickets“, sagt Florian Haas, Head of Start-up bei EY Österreich.
Internationales Kapital dominiert große Runden
Österreichische Investoren bleiben an 63 Prozent aller Finanzierungsrunden beteiligt. Bei Runden über zehn Millionen Euro sinkt ihr Anteil jedoch auf rund 13 Prozent, nach rund 80 Prozent im Vorjahr; sieben der zehn größten Runden kamen ohne österreichische Beteiligung zustande.
Besonders gefragt waren Start-ups aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit: AI-Start-ups sammelten 93 Millionen Euro ein, den zweithöchsten Halbjahreswert seit Beginn der Auswertung. Sustainability-Start-ups erhielten 170 Millionen Euro auf nur 14 Runden, mehr als jeder dritte investierte Euro floss damit in nachhaltigkeitsbezogene Unternehmen.
„Um langfristig mehr Wertschöpfung im Inland zu ermöglichen, müssen wir zusätzliche heimische Kapitalquellen erschließen, etwa institutionelle Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen“, sagt Daniela Haunstein, Managing Director von invest.austria. (red)