WIEN. Der Sportjournalist Michael Kuhn ist vor Kurzem im Alter von 88 Jahren in Kärnten gestorben, das teilte seine Tochter der APA mit. Kuhn stand ab 1959, dem Jahr der Neugründung der „Kronen Zeitung", für über vier Jahrzehnte an der Spitze des Sportressorts der Zeitung. Von 1965 bis 1993 kommentierte er zudem für den ORF Fußballspiele und Skirennen.
Der am 28. Oktober 1937 in Wien geborene Kuhn sammelte seine ersten journalistischen Erfahrungen als freier Mitarbeiter der „Wiener Illustrierten“ und beim „Wiener Montag“. 1959 kam er zur „Krone“ und blieb ihr über Jahrzehnte treu: Er stieg zum stellvertretenden Chefredakteur und 2003 zum geschäftsführenden Chefredakteur auf. 2006 wurde er nach Streitigkeiten von Hans Dichand fristlos entlassen, es folgten langwierige Auseinandersetzungen vor Gericht.
Mehrfach für sein Lebenswerk geehrt
Kuhn war auch Autor von Fachpublikationen, darunter „Kuhn's Sport-Chronik“. Ab 1997 war er Gründungsmitglied und Präsident von Sports Media Austria, dem Verband österreichischer Sportjournalisten, zuletzt hatte er dort die Ehrenpräsidentschaft inne. 1997 wurde er mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Stadt Wien ausgezeichnet, es folgten Ehrungen 2019 von der internationalen Sportjournalisten-Vereinigung AIPS und 2024 vom Branchenblatt „Österreichs Journalist:in". Kuhn hinterlässt seine Ehefrau, die Astrologin Helga Kuhn, und seine Tochter, die TV-Produzentin Bettina Kuhn.
„Die unverwechselbare Stimme von Michael Kuhn ist vielen Sportfans noch im Ohr, wenn es um legendäre ORF-Sportübertragungen geht, die er beinahe drei Jahrzehnte lang mitgeprägt hat“, reagierte ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher auf das Ableben des Journalisten. Der ehemalige ORF-Sportchef Hans Huber hielt gegenüber der „Krone“ fest: „Sein größter Verdienst war, dass er den Sportjournalismus auf ein neues Niveau gehoben hat.“ (red)